Von Lübeck auf die Kino-Leinwand
Schauspieler Filip Schnack legt eine steile Karriere hin, auch international.

Lübeck/Hamburg. Das Leben geht seine eigenen Wege. Filip Schnack ist das beste Beispiel dafür. Ein Newcomer, ein Schauspieler, ein gefragter Typ, der 2001 in Lübeck geboren wurde. Ein Steckbrief: Aufgewachsen ist Schnack im Stadtteil Moisling, wie er in einem Zoom-Call erzählt. „Ich war dort erst auf der Heinrich-Mann-Schule und bin später auf die Gemeinschaftsschule gewechselt, auf die Gotthard-Kühl-Schule.“ Die Familie zog innerhalb Lübecks um. Dass er eines Tages zum Schauspiel gehe, ahnte er als Schüler nicht. „Ich hab’ erstmal ein Freiwilliges Soziales Jahr am Marienkrankenhaus gemacht.“ Dass es das inzwischen nicht mehr gibt, macht Schnack richtig betroffen. „Echt jetzt? Das ist ja total schade. Ich mochte es da. Und ich bin da geboren.“Austauschjahr
in Japan

Schon als Kind war Filip Schnack ein großer Japan-Fan, begeisterte sich für Manga-Comics und Animes. Weil er auch während des FSJ nicht wusste, was er später beruflich machen wollte, bewarb er sich über ein Austauschprogramm für einen einjährigen Aufenthalt dort. Ein Jahr lebte er bei einer Gastfamilie und lernte die japanische Sprache. Die Kultur habe ihn fasziniert. „Diese positive Energie und die Lebensphilosophie der Menschen haben mich total begeistert.“

Und fast wäre Schnack als Model durchgestartet. „Als ich mit meiner Gastfamilie eines Tages in Tokio war, wurde ich gleich dreimal von Scouts angesprochen.“ Die Karriere habe er aber nicht weiterverfolgt, denn in Japan kam Schnack erstmals die Idee, was er beruflich machen wollte, da war er 18. „Ich wollte Schauspieler werden.“ Vorerfahrungen? „Null.“ Schauspieler in der Familie? „Nein.“ Beziehungen? „Keine.“

Ausbildung an Hamburger Schauspielschule

Als er seiner Mutter am Telefon von seinem Berufswunsch erzählte, schickte diese ihm einen Link zu einer Orientierungsveranstaltung der Schule für Schauspiel Hamburg. „Da habe ich mich dann angemeldet und schnell gemerkt, dass das genau das Richtige für mich ist.” Also zog er nach Hamburg und ließ sich von 2019 bis 2022 zum Schauspieler ausbilden. „Eigentlich wollte ich zum Theater”, sagt er. Über einen Zufall sprang Schnack jedoch spontan in einem Musikvideo ein – und merkte, wie wohl er sich vor der Kamera fühlte. Später landete er bei der Hamburger Agentur Gipfelstürmer. Es folgten erste Rollen in Film und Fernsehen. Unter anderem in der RTL+-Serie „Die Quellen des Bösen“ und dem ARD-Thriller „Schattenseite“.

Filip Schnack ist Skinny Norris bei „Die drei ???“

Kinofans kennen Schnack vor allem als Bösewicht Skinny Norris aus den neuen Verfilmungen der „Die drei ???“-Reihe. Nachdem er bereits in „Die drei ??? und der Karpatenhund“ zu sehen war, ist er seit Ende Januar in „Die drei ??? – Toteninsel“ wieder auf der Leinwand. Skinny Norris ist der bekannteste Erzfeind der drei Detektive. Sein Name ist Programm – groß, hager, hinterhältig. Wie der Filmcharakter privat zu Schnack passt? „Gar nicht“, sagt er. „Ich würde mich als entspannt und weniger böse bezeichnen, aber das Chaotische passt manchmal.“

Ein weiteres Highlight in Schnacks Laufbahn ist der Kinofilm „In die Sonne schauen“ von Mascha Schilinski, der 2025 bei den Filmfestspielen von Cannes den Preis der Jury gewann – und auch im Rennen um den diesjährigen Oscar war. Schnack spielt in dem Drama die Nebenrolle des jungen Fritz. „Ein Oscar wäre schon ziemlich krass gewesen“, sagt er und kann selbst kaum glauben, wie weit er es in dieser kurzen Zeit gebracht hat. „Ich hätte mich sehr für Mascha und das ganze Team gefreut.“Ausstattung für Cannes
von Christian Dior

Rötliches Haar, blasse Haut, markanter Typ: Auf der Filmpremiere in Cannes wurde Schnack vom französischen Modehaus Christian Dior gesponsert und eingekleidet – ein modischer Ritterschlag. In der britischen GQ und der französischen Vogue wurde Schnack – zwischen Pedro Pascal und Tom Cruise – als einer der bestgekleideten Männer des Festivals gefeiert. „Ich hab’ neuerdings mehr Interesse an Mode“, sagt Schnack – wobei er privat eher lässig auf Hoodie und Jogginghose setzt. „Die lieb’ ich.“ Gerade wurde Schnack bei einer Film-Agentur in London unter Vertrag genommen. Ob er noch gelegentlich in Lübeck ist? „Regelmäßig“, sagt er. „Meine Familie und Freunde leben dort.“ Wo er sich am liebsten aufhält? „Ich bin gerne am Drehbrückenplatz, das hat so schöne Hafen-Vibes.“ Außerdem mag er den Park am Krähenteich.

Zukünftige Projekte sind einige geplant – über zwei darf Schnack schon sprechen. Zum einen wird er im Kölner und Ludwigshafener Tatort zu sehen sein. „Sehr intensiv und actiongeladen.“ Zum anderen spielt er in „4 Blocks Zero“ mit – die Serie ist ein Prequel der Erfolgsserie „4 Blocks“ und startet im Herbst auf HBO Max. Darin geht es um die Anfänge des Hamady-Clans im Berlin der 1990er-Jahre. und TAF

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