Begeisterung im Video
festhalten
„Bisher sind es rund vierzig Videos“, berichtet Pagels. „Vor etwa drei Jahren habe ich jemanden kennengelernt, der Glockengeläute filmt und online stellt. Also bin ich selbst mit Kamera und Mikrofon losgezogen und habe unter anderem das Geläut von St. Marien aufgenommen.“ Dem großgewachsenen jungen Mann ist die Begeisterung deutlich anzumerken. Diese fiel auch Marienpastor Robert Pfeifer auf, der ihn mit Helmut Brauer, einem weiteren Glockeninteressierten an St. Marien, bekannt machte. Gemeinsam überlegen sie, wie die Glocken der Marienkirche am besten gemeinsam erklingen können. Insgesamt verfügt die St.-Marien-Kirche über zwölf Läuteglocken sowie 37 Glocken im Glockenspiel. „Meine Lieblingsglocke ist die Pulsglocke mit ihren 5,8 Tonnen“, sagt Pagels. „Sie war die erste Großglocke Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg und ist bis heute die größte Glocke Schleswig-Holsteins.“ Im Jahr 2023 wurden zudem drei neue Glocken feierlich in das Hauptgeläut aufgenommen. Pagels war beim Guss persönlich vor Ort in der Glocken- und Kunstgießerei Rincker in Sinn dabei. „Das war eine tolle Erfahrung“, erinnert er sich.
Moderne Technik im
alten Gemäuer
Auch moderne Technik hat inzwischen Einzug in die traditionsreiche Kirche gehalten. „Die Glocken werden heute nicht mehr per Seilzug geläutet, sondern von einem Elektromotor.“, erklärt der angehende Wirtschaftsinformatiker. Dafür seien sie mit einem speziellen Computer verbunden. Der Küster könne das Geläut nun bequem von überall aus per Knopfdruck steuern. In der Glockenszene gebe es sogar noch eine weitere Möglichkeit: das Simulieren echter oder erfundener Geläute vom heimischen Computer aus. „Das ist derzeit ein Trend“, sagt Pagels schmunzelnd. Er hat eine solche Simulation auch für das Mariengeläut erstellt. Diese bietet die Kirchengemeinde auf ihrer Website an, die Interessierte ausprobieren können.