Neuer Pilgertreff an St. Jakobi
Zusammenkünfte jeden letzten Donnerstag im Monat – Zusatzangebot in kalter Jahreszeit.

Regina Musa, Peter Lubb, Sabine Rietman und Bärbel Reichelt stellen die neuen Pilgertreffen vor. Sie sollen in den Wintermonaten ein Angebot für Interessierte schaffen.Foto: Steffi Niemann
Lübeck. Die Lübecker Kirche St. Jakobi ist seit Jahrhunderten als Pilgerkirche bekannt. Nun gibt es ein neues Angebot für alle, die sich für das Pilgern interessieren oder bereits eigene Erfahrungen mitbringen: Ab sofort finden monatliche Pilgertreffen statt.

Die Treffen beginnen an den letzten Donnerstagen des Monats jeweils um 18.30 Uhr. Ab Mai startet wieder der „Kleine Jakob“, eine regelmäßige Pilgerstrecke rund um die Lübecker Innenstadt an jedem ersten Sonnabend im Monat.

„Wie in vielen anderen Städten gibt es nun auch bei uns einen Pilgertreff“, sagt Jakobipastorin Bärbel Reichelt. Die Idee dazu hatten Sabine Rietman und Peter Lubb von der Pilger-Arbeitsgemeinschaft an St. Jakobi, die es seit rund 15 Jahren gibt. Ziel sei es gewesen, insbesondere in den Wintermonaten ein Angebot für Pilger-Begeisterte und alle Interessierten zu schaffen. „Viele Menschen machen sich auf den Weg, und die Treffen sind eine gute Möglichkeit, sich auszutauschen und zu vernetzen“, sagt Reichelt.

Sabine Rietman, die auch als Stadtführerin tätig ist, verweist auf die besondere Lage Lübecks: Drei Jakobswege kreuzen sich in der Stadt – die Via Baltica, Via Scandinavica und Via Jutlandica. Das Pilgern habe sich im Laufe der Jahrhunderte stark verändert. „Im 12. Jahrhundert konnte Pilgern auch eine Strafe sein“, erläutert Rietman. Heute sei das Pilgern vor allem spirituell geprägt und werde von vielen als Gegenpol zum oft stressigen Alltag verstanden. „Es ist ein Weg, sich selbst zu begegnen“, sagt Sabine Rietman. Ihre eigenen Pilgererfahrungen hätten sie nachhaltig geprägt. Über viele Jahre habe sie ihren Urlaub genutzt, um zu pilgern und neue Kraft für den Arbeitsalltag zu schöpfen.

Auch die gute Infrastruktur für Pilgerinnen und Pilger in Lübeck und Norddeutschland hebt Peter Lubb hervor. Unterkünfte lassen sich heute leicht online oder per App finden. Besonders sei zudem, dass Lübeck als einzige Stadt in Norddeutschland noch alle drei klassischen Elemente des Pilgerwesens besitzt: Kirche, Hospiz und Herberge. Die historische Gertrudenherberge aus dem Jahr 1360 wird im Rahmen eines Pilgertreffens im März besucht und ist sonst nicht öffentlich zugänglich.

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