Reizgas in Lübecker Schule
Drei Leichtverletzte an der Emil-Possehl-Schule – Polizei ermittelt.

In der Emil-Possehl-Schule im Stadtteil St. Lorenz wurde Reizgas versprüht.Foto: Holger Kröger
Lübeck. Kein Amok-Alarm – aber wieder einmal große Aufregung in und um die Emil-Possehl-Schule in Lübeck: In dem Berufsschulzentrum in der Georg-Kerschensteiner-Straße im Stadtteil St. Lorenz Nord lief am Donnerstagvormittag, 15. Januar, ein Großeinsatz. Die Feuerwehr wurde um 11.04 Uhr informiert, Polizei und Rettungsdienst wurden ebenfalls zum Tatort gerufen.

Nach ersten Informationen um 11.15 Uhr vor Ort war Reizgas an dem Schulzentrum, das die Emil-Possehl- und die Friedrich-List-Schule beherbergt, ausgetreten. Das bestätigte und konkretisierte die Polizei dann am frühen Nachmittag.

„In einem Klassenraum des ersten Obergeschosses der Emil-Possehl-Schule wurde eine nicht näher identifizierte gasähnliche Substanz versprüht“, sagte Ulli Fritz Gerlach, Sprecher der Polizeidirektion Lübeck. Knapp 20 erwachsene Schülerinnen und Schüler hätten kurze Zeit später über Kopfschmerzen und Übelkeit geklagt. Sie konnten das Klassenzimmer und den Gebäudekomplex eigenständig verlassen, wurden dann aber anschließend dem Rettungsdienst übergeben.

„Insgesamt sind drei Menschen als leicht verletzt eingestuft worden“, erklärte Gerlach. Sie wurden ambulant versorgt. Eine weitere Behandlung muss nicht mehr erfolgen. Die Feuerwehr Lübeck belüftete den betroffenen Klassenraum, sodass die Räumlichkeiten nun wieder gefahrlos betreten werden können. Die Feuerwehr beendete ihren Einsatz mit knapp 80 alarmierten Kräften gegen 11.30 Uhr.

Die Polizei prüft jetzt die näheren Hintergründe des Geschehens: „Bestandteil der strafrechtlichen Ermittlungen ist die Klärung des Motivs und die Feststellung, wer die gasähnliche Substanz in dem Klassenraum nach derzeitigem Sachstand versprühte“, sagte Gerlach. Hierzu leiteten die Beamten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ein.

Zuletzt war an der Emil-Possehl-Schule Mitte 2024 ein größerer Einsatz gelaufen. Damals wurde die Polizei von der Schulleitung über einen Amok-Alarm informiert. Ein Notfallknopf war in der Schule gedrückt worden. 30 Streifenwagen fuhren vor, Polizisten mit Maschinenpistolen umstellten das Gebäude und sperrten das Gelände weiträumig ab. Schüler und Lehrkräfte harrten stundenlang im Gebäude aus, besorgte Eltern und Angehörige warteten davor. Letztendlich gab es keine Bedrohung, es handelte sich um einen technischen Defekt. und STE
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