Aktuell werden nicht die kompletten 38.000 Quadratmeter des Gebäudes an der Ziegelstraße 150 genutzt. Dafür gebe es vorrangig zwei Gründe, sagt Geschäftsführer Volker Reitstätter. „Zum einen ist durch die Fusion der Landesversicherungsanstalten einiges gebündelt worden, zum anderen ist die Homeoffice-Quote gestiegen.“ Die Deutsche Rentenversicherung Nord ist 2005 aus der Fusion der Landesversicherungsanstalten von Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein entstanden.
Die Hansestadt will Kosten sparen und 15 Standorte von Verwaltungsgebäuden aufgeben, elf sollen übrig bleiben. Der Umzug hat auch den Vorteil, dass größere Abschnitte des VZM saniert werden können, statt vieler kleiner im laufenden Betrieb. Die bröckelnde Fassade des Gebäudes und das schadhafte innere Mauerwerk müssen erneuert werden.
Auch das Gebäude an der Ziegelstraße wird vor dem Umzug saniert und etwas umgebaut. Einige Arbeiten waren ohnehin notwendig, anderes muss aufgrund des Einzugs vorgenommen werden, wie Glasabtrennungen zum Trakt der Hansestadt.
Unter anderem werden Bodenbeläge und Wandflächen erneuert, zudem wird die Raumakustik in größeren Büros verbessert. Für die Hansestadt wird im Erdgeschoss eine neue Info-Theke mit Wartebereich geschaffen. Andere Bereiche, wie die Kantine, können alle Mitarbeiter gemeinsam nutzen.
Der Mietvertrag läuft 30 Jahre. Wie teuer Sanierung und Mietkosten sind? „Ist günstig“, sagt Lindenau nur und lacht. Um dann hinzuzufügen:„Es ist eine sehr sachgerechte und marktkonforme Miete.“ Weder Hansestadt noch Rentenversicherung geben auf Nachfrage genauere Auskünfte dazu.„Das ist ein Leuchtturmprojekt“, sagt Lindenau. „Die Deutsche Rentenversicherung hat teilweise dieselben Kunden wie der Bereich Soziale Sicherung. So können wir Wege zu Behörden vereinfachen.“
Frank Graap vom Gebäudemanagement sieht einen Vorteil für die Mitarbeiter selbst. „Wir haben ohnehin Schwierigkeiten, Mitarbeiter für den Bereich zu finden. Sie arbeiten in 30 bis 40 Jahre alten Räumen.Vom Umzug versprechen wir uns eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen.“Tatsächlich ist das Gebäude architektonisch modern und ökologisch durchdacht gestaltet. Es wird mit Thermik gearbeitet, also Luftzirkulation. Automatisierte Funktionen reagieren beispielsweise aufs Wetter – etwa Lüftungsklappen am Fenster, die aufgehen, wenn es nachts zu heiß im Büro wird.
Das Haus wurde 1997 nach Plänen des Architekten Stefan Behnisch errichtet und steht seit Juni 2023 unter Denkmalschutz. Der Eingangsbereich ist verglast, von ihm gehen strahlenförmig Gebäudeteile ab, in denen sich die Büros befinden. Ein etwa 1000 Quadratmeter großer Teil des Hauses ist bereits an andere Firmen vermietet. „Für uns ist das natürlich auch eine Sache der Wirtschaftlichkeit, wenn wir jetzt 7000 Quadratmeter zusätzlich vermieten“, sagt Reitstätter.
Mit den Parkplätzen ist es aber so eine Sache: Insgesamt stehen 550 Plätze zur Verfügung. „Wobei der Schlüssel besser ist als am Mühlentor“, sagt Graap: „Dort gab es einen Platz für neun Mitarbeiter, hier für fünf oder sechs.“ Lindenau hebt die gute Busanbindung hervor und die Tatsache, dass viele Mitarbeiter Räder nutzen – dafür gibt es zwei große Stellplätze.