Zuletzt hieß es, dass die Grundinstandsetzung der gesamten Brückenanlage 2026 beginnen und mindestens drei Jahre dauern soll. Auf LN-Anfrage wollte das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee (WSA) keine konkrete Angabe mehr machen. „Ein belastbarer Termin für den Baubeginn kann erst genannt werden, wenn die Entwurfsunterlagen fertiggestellt und genehmigt sind“, heißt es von der Behörde. „Auf dieser Grundlage wird anschließend der Terminplan bis zur Fertigstellung erarbeitet.“
Lübecks Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos) wurde in einer Sitzung des Lübecker Hauptausschusses deutlicher. „Wir haben auf eine Fertigstellung in 2028 oder 2029 gedrängt“, sagte sie. „Das WSA hat aber eher 2030 avisiert. Wir halten den Druck aufrecht.“
Doch wie ist der genaue Stand der Dinge? „Derzeit erarbeitet das zuständige Wasserstraßenneubauamt die Entwurfsunterlagen, die die Maßnahme detailliert beschreiben und als Grundlage für die spätere Bauausführung dienen“, teilte das WSA mit. Mit den Trägern öffentlicher Belange in Lübeck sei das erforderliche Einvernehmen hergestellt worden. „Das bedeutet, dass alle zuständigen Behörden in die Planung einbezogen sind und die Vorgehensweise gemeinsam abgestimmt ist.“
Die Sanierung der Hubbrücke soll eine Kombination aus Instandsetzung und Ersatz sein. Der Ist-Zustand der Hubbrücke solle erhalten werden. Antriebs-, Elektro- und Nachrichtentechnik werden jedoch auf den heutigen Stand der Technik gebracht. Mit der Instandsetzung soll das Bauwerk eine weitere Nutzungsdauer von 60 Jahren erhalten.
Das Hubbrücken-Ensemble besteht aus drei Teilen - einer Auto-, einer Eisenbahn- und einer Fußgängerbrücke. Züge fahren seit 2011 nicht mehr dort entlang. Die Lübecker Kommunalpolitik hatte überlegt, die Eisenbahnbrücke trotzdem sanieren zu lassen, um sie für Fußgänger und Radfahrer zu nutzen. Das wurde aus Kostengründen verworfen.
Die alte Gehwegbrücke, die inzwischen ausgehängt wurde, ist laut WSA nicht mehr brauchbar. „Der alte Überbau wird fachgerecht entsorgt“, heißt es von der Behörde. Vorgesehen ist ein Neubau, dessen Gestaltung sich am Erscheinungsbild der bisherigen Brücke orientiert.
Warten auf politischeDie Gehwegbrücke liegt höher als die Autobrücke und war bisher nur per Treppe erreichbar. Um sie barrierefrei zu machen, wollte die Stadtverwaltung Aufzüge für 800.000 Euro einbauen lassen. Der Bauausschuss segnete diesen Plan im vergangenen Mai jedoch nicht ab, sondern beauftragte die Stadtverwaltung, zusätzlich Alternativen zu prüfen: einen Aufzug zur Burgtorbrücke oder die Möglichkeit, die Fußgänger über die Autobrücke zu führen.
Diese Prüfung dauert aktuell noch an. Das Ergebnis und die politische Entscheidung dazu sind auch für das WSA von Bedeutung: „Varianten zur Führung des Fuß- und Radverkehrs können Einfluss auf die Planung der Grundinstandsetzung haben“, heißt es von dort.
Die etwas weiter südlich gelegene Mühlentorbrücke ist seit 5. Dezember gesperrt. Sie wird ab Herbst 2026 saniert und ist voraussichtlich frühestens drei Jahre später fertig. Damit sind zwei von fünf Kanalquerungen im Altstadtbereich noch für Jahre nicht befahrbar.