Allerdings muss Lübeck für diese Investition einen Eigenanteil aufbringen. „Wir wissen noch nicht, wie wir das umsetzen werden“, sagte Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) in der Sitzung. Die Kosten werden grob auf sechs Millionen Euro geschätzt. Als notleidende Kommune könnte die Hansestadt 75 Prozent als Förderung erhalten.
Lübecks Eigenanteil:Die restlichen 25 Prozent sind der Eigenanteil. Dieser kann jedoch durch Landesmittel oder durch Spenden auf zehn Prozent reduziert werden. Im günstigsten Fall blieben für die Hansestadt somit noch Kosten in Höhe von 600.000 Euro übrig. Nun sollen schnellstmöglich Gespräche mit möglichen Förderern aufgenommen werden. „Sollte die finanzielle Sicherstellung des Eigenanteils nicht gelingen, ist die Interessensbekundung zurückzuziehen“, heißt es im Beschluss.
Die Kostenschätzung basiert laut Beschlussvorlage auf einer grob geschätzten Hochrechnung aus der Machbarkeitsstudie 2020. „Aufgrund der sehr kurzen Frist konnten aktualisierte Zahlen bisher nicht ermittelt werden“, heißt es im Papier für die Politik. Kostensteigerungen könnten daher nicht ausgeschlossen werden. Die Bürgerschaft muss den Beschluss Ende Januar noch bestätigen. Der Nachweis der Eigenmittel muss erst erfolgen, wenn das Projekt vom Bund ausgewählt wird.
Kunststofflaufbahn und Beachvolleyballfeld
Der Plan sieht vor, eine Kunststoff-Laufbahn, ein Beachvolleyballfeld, eine Boule-Anlage, eine Freilufthalle, einen BMX-Parcours sowie einen Kindersport- und Bewegungsraum zu bauen. Zudem soll der Rasenplatz saniert werden. Der Ist-Zustand ist trostlos. Laut Stadt ist die Aschenbahn bei Regen mit Pfützen übersät. Die Drainage funktioniere schon seit Jahren nicht mehr. Das Umkleidegebäude sei in schlechtem Zustand. Der Bolzplatz werde als Hundeauslauf genutzt.
Als Vorbild für die Umgestaltung dient die Sportanlage Falkenwiese, die sich seit 2019 großer Beliebtheit erfreut. 4,1 Millionen kostete das Projekt seinerzeit. 2,7 Millionen kamen vom Bund. Die Possehl-Stiftung steuerte 500.000 Euro bei, die Stadt gab 900.000 Euro dazu.
2020 wurdeAus Sicht der Stadtverwaltung ist der Sportpark Neuhof das einzige Vorhaben in Lübeck, das aus zeitlichen Gründen die Voraussetzungen für eine Antragstellung erfüllt. Denn es ist nicht neu. Lübeck hatte schon einmal einen Anlauf unternommen, Bundesgeld für die Umgestaltung des Areals zu erhalten. 2024 waren die Bemühungen gescheitert, weil der Bund das entsprechende Förderprogramm einstellte.
Bereits im Jahr 2020 war auf Betreiben des ansässigen Sportvereins SV Eintracht Lübeck und mit Unterstützung der Possehl-Stiftung eine Machbarkeitsstudie für die Neuhof-Sanierung erstellt worden. Auch die Gotthard-Kühl-Schule und das Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium nutzen die Anlage und kritisieren den Zustand immer wieder, so die Stadt.
Die Sportmilliarde ist jetzt eine neue Chance. Lübecks Bundestagsabgeordneter, der SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf, hatte sich für das Förderprogramm starkgemacht.