Feuerwehr-Areal soll Wohnquartier werden
In Eutin könnten bezahlbare Wohnungen an der Straße Am Priwall entstehen – Gelände wird 2027 frei.

Das Feuerwehrgelände in der Straße Am Priwall in Eutin. Wenn die noch hier ansässige Wache in den Meinsdorfer Weg umgezogen ist, sollen an dieser Stelle neue Wohnungen entstehen.Foto: Bend Strebel
Eutin. Eutins Vorrat an Wohnungen mit städtischem Belegungsrecht schrumpft. Aktuell kann die Stadtverwaltung noch auf 44 Wohnungen zugreifen, um etwa wohnungslosen Familien oder Menschen ohne Chancen auf dem freien Wohnungsmarkt ein Dach über dem Kopf zu vermitteln. Doch dieser Puffer wird kleiner. Vor diesem Hintergrund haben Politik und Verwaltung Pläne für das frei werdende Feuerwehrgelände in der Straße Am Priwall gefasst: Auf dem Areal soll ein Quartier mit bezahlbarem Wohnraum entstehen.

Nach Angaben der Stadt laufen bis Ende 2027 die Sozialbindungen für 14 Wohneinheiten aus. Der Stadt verblieben dann lediglich 30 Wohnungen mit Belegungsrecht. Dass neuer Wohnraum geschaffen werden muss, darüber herrschte im Ausschuss für Stadtentwicklung parteiübergreifend Einigkeit. Anlass der Debatte war der bevorstehende Umzug der Freiwilligen Feuerwehr, durch den der bisherige Standort am Priwall inklusive des Grundstücks der Jugendfeuerwehr frei wird.

Die genaue Ausgestaltung des Wohnraums auf dem Gelände hatte im Ausschuss für Diskussionen gesorgt. Die Grünen-Fraktion hatte einen Antrag eingebracht, die Verwaltung frühzeitig mit der Suche nach Konzepten und möglicherweise Investoren zu beauftragen. Ihr Fokus: ein möglichst hoher Anteil an klassischem sozialen Wohnungsbau sowie Wohnraum für Azubis, Studierende und Menschen mit Behinderungen. Das Grundstück solle zudem im städtischen Eigentum verbleiben.

Die CDU-Fraktion warnte davor, die Vorgaben zu eng zu schnüren. Sie forderte stattdessen mehr planerischen Spielraum für die Verwaltung und einen Mix bei den Wohnformen. So schlugen die Christdemokraten vor, das Angebot bezahlbaren Wohnraums auch an Seniorinnen und Senioren zu richten, die ihr zu groß gewordenes Einfamilienhaus aufgeben möchten. Dadurch könnten im Gegenzug wieder Bestandsimmobilien für junge Familien frei werden.

Auch die Verwaltung plädierte für einen allgemeinen Prüfauftrag. Susanne Stange, Fachdienstleiterin Stadt- und Gemeindeplanung, wies darauf hin, dass öffentlich geförderter Wohnraum von Förderzusagen abhänge, die die Stadt nicht erzwingen könne.

Auf Vorschlag der SPD einigte sich die Ausschussmehrheit schließlich auf den Kompromissbegriff eines „zukunftsfähigen, bedarfsgerechten und sozialverträglichen Quartiers“.

Damit erhält das Rathaus den Auftrag, eine umfassende Entwicklungsperspektive für das gesamte Quartier am Priwall zu erarbeiten. Sobald erste städtebauliche Varianten und Nutzungskonzepte vorliegen, sollen diese erneut in den politischen Gremien beraten werden.
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