Beleidigungen im Zug: Mann droht Haftstrafe
Wegen Beleidigungen und Bedrohungen von Frauen in einer Regionalbahn nach Malente ist ein 50-Jähriger angeklagt.

Eutin. Das Amtsgericht Eutin hat sich jetzt mit dem Tatort Regionalbahn beschäftigen müssen: Ein 50-jähriger Hamburger soll während einer Zugfahrt von Kiel nach Malente mehrere Frauen beleidigt und bedroht haben. Zudem soll er sich gegen die Maßnahmen der zu Hilfe gerufenen Bundespolizisten gewaltsam widersetzt haben. Weil er ein Messer im Rucksack hatte, lautet die Anklage auf Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in einem besonders schweren Fall sowie mehrfache Beleidigung und Bedrohung.

Doch die geplante Gerichtsverhandlung ist ausgesetzt worden. Weil eine Bahnstrecke zwischen Hamburg und Lübeck gesperrt war, versäumte der Angeklagte den Termin. Nach kurzer Beratung zwischen Richterin, Staatsanwältin und Verteidigern beantragte die Vertreterin der Anklage einen Strafbefehl. Sie forderte eine Freiheitsstrafe von acht Monaten. Deren Vollzug solle zur Bewährung ausgesetzt werden. Die Richterin signalisierte, einen entsprechenden Urteilsvorschlag zu erlassen.

Ob das Verfahren damit tatsächlich entschieden und beendet ist, bleibt fraglich. Der Angeklagte hat die Möglichkeit, dem Strafbefehl zu widersprechen. Das könnte durchaus in seinem Interesse liegen: Der Mann ist vorbestraft und steht bereits unter laufender Bewährung. Sollte das neue Urteil rechtskräftig werden, könnte die alte Bewährung widerrufen werden. In einer öffentlichen Hauptverhandlung könnten einige strafmildernde Umstände eingeführt werden. Dazu zählt laut Verteidigung etwa die Frage, ob die strafschärfende Bewertung des Taschenmessers richtig sei. dis
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