Als die ersten Gespräche im Frühjahr mit der Tourismus- und Service-GmbH liefen, war von einem Probelauf die Rede. Doch im Nu zeigte sich: Das Event trifft den Nerv der Zeit. Immerhin sind die meisten Locations in Ostholstein, in denen früher gefeiert wurde, mittlerweile geschlossen. Die Lust, gemeinsam zu tanzen, ist aber offenbar da. „Beim ersten Mal kamen direkt 120 Menschen“, erzählt Grünhof.
Weil der Auftakt im Frühjahr stattfand, wurde in der Liegehalle im Kurpark gefeiert. „Als wir im Mai Open Air gefeiert haben, waren es sogar 400 Leute“, erzählt Grünhof. „Das war der erste Überraschungseffekt.“ Seine Freunde, die eigentlich tanzen wollten, sprangen kurzfristig mit ein, um bei der Organisation zu helfen.
Denn: Sascha Grünhof macht alles in Eigenleistung. Er legt als DJ auf, kümmert sich um Licht und Ton, sorgt für einen Sicherheitsdienst. Und das ist nicht alles. Der Malenter kauft im Vorfeld auch die Getränke, die Familie und Freunde am Abend ausschenken. Der Erlös ist seine einzige Einnahme, denn das Event selbst ist kostenfrei.
Und genau das wird zum Problem. Die Veranstaltung kostet viel Zeit und Geld – und das, obwohl Sascha Grünhof einen normalen Job in der Sicherheitsbranche hat. Die Organisation des Events beginnt nach Feierabend. Rund eine Tonne Getränke wurde vor der letzten Party zu ihm nach Hause geliefert. Sascha Grünhof bringt sie dann selbst mit dem Anhänger in den Kurpark.
Die dortige, rund 250 Quadratmeter große Fläche wiederum muss er vorbereiten und im Nachgang aufräumen. Hängen bleibt dabei nichts. „Das Konzept ist gerade so kostendeckend“, sagt er. „Deshalb bin ich für die Zukunft auf der Suche nach Sponsoren“, sagt Grünhof.
Mit ihrer Hilfe will der 38-Jährige auch bekannte Namen nach Malente holen. In diesem Jahr war bereits Volker Mittmann da, der nicht nur RSH-Moderator, sondern auch DJ ist. 1300 Menschen kamen zum bisher größten Event der Reihe. Künftig könnte das noch getoppt werden. Der DJ hat bereits Kontakt zu einem bekannten Künstler-Duo aufgenommen, das 2028 im Kurpark auflegen würde. 20.000 Euro braucht Sascha Grünhof, um den Abend zu realisieren. „Es wäre ein Leuchtturmprojekt für Malente“, sagt er.
Ohnehin hat sich die Veranstaltungsreihe schnell herumgesprochen. Die Feiernden kommen aus dem gesamten Norden. Los geht’s um 18 Uhr, gegen 22 Uhr ist Schluss, bei speziellen Events geht es ein Stündchen länger. „Das Zeitfenster ist bewusst so gewählt“, sagt Grünhof. Das Motto: „Wer früher kommt, kann länger feiern.“
Der Familienvater kann das Ganze nur auf die Beine stellen, weil er dafür brennt – und Unterstützung seiner Familie bekommt. „Schon als Kind stand ich mit meinem Stiefvater hinter dem DJ-Pult“, erzählt er. Als Jugendlicher legte er dann erstmals selbst auf Schulpartys auf.
Bei den Partys in Malente gilt vor allem: Hier sollen alle auf ihre Kosten kommen – denn das Publikum reicht von Jugendlichen bis Senioren. Deswegen gibt es eine Mischung aus zeitlosen Klassikern und aktuellen Hits. Einzige Bedingung: Tanzbar muss die Musik sein. Vorwissen muss aber niemand mitbringen, jeder darf einfach Spaß haben. „Genau darum machen wir das Ganze“, sagt Grünhof. „Es soll einfach ein schönes Zusammentreffen sein.“