Flohr ist bei den Johannitern in Eutin aktiv und Fachbereichsleiter Katastrophenschutz, ausgebildeter Verbandsführer und Rettungssanitäter. „Ich fahre ab und zu ehrenamtlich im Rettungsdienst“, berichtet er. Mit seiner Krankenwagensammlung verbindet er sein Engagement im Rettungsdienst mit der Passion für alte Autos. „Ich sammele Modellautos im Maßstab 1:1“, scherzt er.
Nummernschilder wie seines kommen in Ostholstein selten vor: Gerade mal 142 dieser 07er-Oldtimer-Nummern sind vergeben, eine nach Ovendorf. Die Vergabe ist an strenge Regeln geknüpft. Es gibt ein spezielles Fahrzeugschein-Heft, in das alle Fahrzeuge eingetragen werden müssen. Notwendig sind zudem ein einmaliger Tüv-Bericht und ein Oldtimergutachten. Damit wird unter anderem nachgewiesen, dass das Auto vor mindestens 30 Jahren erstmals zugelassen wurde.
Um die 07er-Nummer zu bekommen, musste Flohr zudem ein polizeiliches Führungszeugnis und einen Auszug aus dem Verkehrszentralregister in Flensburg vorlegen. Für Oldtimer gibt es zudem eine besondere Versicherung aus Lübeck.
Eine noch größere Rarität ist das Wechselkennzeichen. Das gibt es seit 2012, aber nur wenige Ostholsteiner besitzen ein solches Kfz-Schild, das ein kleines W auf dem Kennzeichen trägt. Es kann für zwei Fahrzeuge genutzt werden, nicht gleichzeitig, sondern im Wechsel. Also sozusagen fürs Cabrio an Sonnentagen und für den SUV bei schlechtem Wetter oder in schwierigem Gelände.
Finanziell lohnt sich dieses spezielle Nummernschild aber eher nicht. Für beide damit zugelassene Fahrzeuge ist laut ADAC die volle Kfz-Steuer zu bezahlen. Außerdem benötigen beide Autos oder Motorräder eine eigene Versicherung. Das ist vermutlich der Grund dafür, dass es in ganz Ostholstein nur fünf und in Deutschland nur wenige Tausend Wechselkennzeichen gibt. Das Saisonkennzeichen ist für viele Autobesitzer laut ADAC die bessere Wahl. Wer ein Wechselkennzeichen nutzt, spart lediglich den Aufwand fürs Anmelden eines weiteren Autos und die damit verbundene Gebühr.
Torben Flohr nutzt sein spezielles 07er-Wechselkennzeichen immer dann, wenn er mit einem seiner alten Krankenwagen zu einem Treffen historischer Fahrzeuge fährt. Demnächst geht es zu den Blaulicht-Klassikern nach Schwerte in Nordrhein-Westfalen. Sammler von Oldtimer-Rettungsfahrzeugen wie er sind in einem Sammlernetzwerk organisiert. Es sind gerade mal 20 in ganz Deutschland.