Mit „es“ meint der Ribstop-Geschäftsführer das Schlauchboot, das der Kunde offenbar vorbeibringen möchte. Seit Mai ist der auf Schlauchboote spezialisierte Betrieb im Unternehmenspark Holsteinische Schweiz in Eutin ansässig. Der Geschäftsführer will den Betrieb am neuen Standort ausbauen. Bis Ende des Jahres soll das Team von drei auf fünf Beschäftigte wachsen. Auf der Asphaltfläche vor der Reparaturhalle stehen bereits zehn Schlauchboote, teilweise auf Anhängern. Sie warten darauf, repariert zu werden. Zwischen 350 und 450 Schlauchboote mache seine Firma jedes Jahr wieder wassertauglich, sagt der 58-Jährige. Wie sie das schaffen, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Manchmal ist nur ein Flicken notwendig, meistens ist es jedoch deutlich komplexer. „Wir sind noch dabei, anzukommen“, sagt Siebzehnrübl. „Wir“, das sind seine zwei Mitarbeiter und er. Das kleine Team hat die Arbeit in der Halle an der Albert-Einstein-Straße zwar bereits aufgenommen. Doch auf den Einzug in die neuen Büroräume wartet das Trio noch. Der Grund: Zwei Wasserschäden innerhalb von zwei Wochen haben die Zimmer erst einmal wieder zur Baustelle gemacht. „Das ist Handwerk, das kann passieren“, sagt Siebzehnrübl.
Der Bootsbauer hat sich auf die Reparatur und Instandhaltung von Schlauchbooten spezialisiert. Auf seinem Hof und in seiner Halle stehen viele der sogenannten Ribs. Die Abkürzung steht für Rigid Inflatable Boat, auf Deutsch: Festrumpfschlauchboot. Anders als klassische Schlauchboote verfügen Ribs über einen festen Rumpf und einen aufblasbaren Schlauchkörper. Meist sind sie motorisiert.
Mit seinem Angebot besetzt Ribstop nach Angaben des Geschäftsführers eine Nische: Vergleichbare Betriebe gebe es in Deutschland kaum. Die Kunden kämen nicht nur aus dem gesamten Bundesgebiet, sondern auch aus Österreich, der Schweiz und Dänemark. Siebzehnrübl berichtet: „Es gibt einige, die kommen 1200 Kilometer angefahren, liefern ihr Boot ab, fahren 1200 Kilometer zurück, und wenn das Boot fertig ist, fahren sie die Strecke zur Abholung noch einmal.“ Zu seinen Auftraggebern zählten Institutionen wie die DLRG oder die Bundes- und Landespolizei. Ein lokaler Partner seien die Baltic Pirates, die an der Küste Ostholsteins Fahrten in Speed-Schlauchbooten anbieten. „Zu uns kommen alle, die irgendwie mit Schlauchbooten arbeiten“, sagt Siebzehnrübl.Rund 70 Prozent seiner Kunden seien aber Privatleute. „Über die Auftragslage kann ich mich nicht beschweren. Die Nachfrage nach Schlauchbooten ist im Moment hoch“, sagt Siebzehnrübl. Vor dem Umzug nach Ostholstein hatte Siebzehnrübl die Firma Ribstop in Bad Segeberg betrieben. Ende 2018 war der Bayer in den Norden gezogen. „Die Menschen ganz im Süden und ganz im Norden sind sich von der Mentalität her ähnlicher, als man denkt. Es wird nicht so viel geredet, sondern gehandelt“, sagt der Bootsbauer. Den Umzug in den Norden habe er nie bereut. Anders sei es mit der Miete der Hallen in Bad Segeberg gewesen. „Das waren alte Bundeswehrhallen. Zu klein, zu kalt, zu feucht, im Winter habe ich ganz Segeberg geheizt.“ Deswegen hätte er bereits 2022 mit der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein mbH (Egoh) in Kontakt gestanden.
Im ersten Anlauf hätten die Egoh und er sich nicht über eine Ansiedlung einigen können. Doch beim zweiten Versuch hätte es dann geklappt. Die Bedingungen in Ostholstein beschreibt Siebzehnrübl als gut. Er lobt die Kommunikation und Vermittlung von Sönke Heidel aus dem Geschäftsbereich Unternehmensservice. „Ohne ihn wäre ich vermutlich nicht hierhergekommen.“
Die Nähe zur Küste und damit potenziell auch zu Booten, sei kein Kriterium für den Standortwechsel gewesen. „Ich war vor meiner Zeit in Bad Segeberg mit einem Betrieb in Köln und da haben wir genauso viele Boote repariert wie jetzt hier.“ Auch eine mögliche wirtschaftliche Belebung des Kreises durch die feste Fehmarnbeltquerung hätte in seinen Überlegungen vor dem Umzug keine Rolle gespielt. Im Kreis Ostholstein plant Siebzehnrübl langfristig. Perspektivisch soll das Ribstop-Team zwölf Mitarbeiter umfassen.