Sichtbare Erinnerung
Kreisverwaltung Eutin macht Geschichte des Standorts öffentlich zugänglich.

Auf der Außenseite des Übergangs zwischen dem neuen und alten Eutiner Kreishausgebäudes ist der Lageplan des ehemaligen Schutzhaftlagers während der NS-Zeit zu sehen.Fotos: Kreis Ostholstein
Eutin. Das heutige Kreishaus in Eutin steht auf historisch belastetem Boden: Auf dem Gelände des Verwaltungsgebäudes befand sich in der frühen Zeit des Nationalsozialismus ein Schutzhaftlager. Die Geschichte dieses Ortes ist nun umfassend aufgearbeitet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.Im Zuge der Planungen für den Erweiterungsbau der Kreisverwaltung wurde die historische Entwicklung des Geländes intensiv untersucht und dokumentiert. Die wissenschaftliche Aufarbeitung stammt von Regine Jepp und Christian Burgdorf, beide ehemals aktiv in der Bürgergemeinschaft Eutin. Ihre Recherche beleuchtet die vielschichtige Nutzung des Areals – von den Anfängen im 19. Jahrhundert über die Verwaltungsentwicklung bis hin zur Nutzung während der NS-Zeit.

Ein sichtbares Zeichen der Erinnerung wurde direkt am Gebäudekomplex umgesetzt: Am Übergang zwischen Bestandsgebäude und Neubau informiert ein Lageplan über die historische Nutzung des Grundstücks. Ein dort angebrachter QR-Code führt zudem zu weiterführenden Informationen, die ab sofort auch online auf der Website des Kreises Ostholstein unter www.kreis-oh.de abrufbar sind.

Landrat Timo Gaarz betont die Verantwortung des Kreises im Umgang mit der Vergangenheit: „Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist ein zentraler Bestandteil unserer demokratischen Verantwortung. Gerade an einem Ort, an dem heute Verwaltung und öffentliche Dienstleistungen stattfinden, ist es wichtig, die historischen Zusammenhänge sichtbar zu machen und ein Bewusstsein für die damaligen Unrechtssysteme zu schaffen.“

Die historische Recherche macht deutlich, dass die Ereignisse nicht abstrakt sind, sondern unmittelbar Teil der lokalen Geschichte. Auch Regine Jepp vom Büro für Eutiner Stadtgeschichte begrüßt die Aufarbeitung: „Wir freuen uns, dass sich der Kreis Ostholstein zu seiner historischen Verantwortung bekennt.“

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