Der erste Wurf, der aus sieben Frischlingen bestehe, geht derzeit mit der Bache auf Tour, erklärt Jan Eskildsen, Vorsitzender des Fördervereins Dorf und Natur (FöDoNa). FöDoNa ist Träger und Betreiber des Wildparks. Die gestreiften Ferkelchen sind aber nicht lange allein geblieben: Eine zweite Minirotte mit sechs Frischlingen ist ebenfalls im Gatter aktiv.
Rangeleien am Futterplatz
Das Aufeinandertreffen der beiden Gruppen an der Futterstelle verläuft etwas spannungsgeladen. Während sich der wuselige Nachwuchs sehr vorsichtig einander nähert und beäugt, zeigen sich die beiden Bachen wenig erfreut über die jeweils anderen Überraschungsgäste. Die Muttertiere „klären“ ihre Rangordnung. Nach einmaliger Attacke und kurzer Verfolgungsjagd führt die unterlegene Bache ihre Frischlinge grummelnd und grunzend zurück in die Schutzhütte.
Die Siegerin genießt noch etwas von dem Futter und spaziert dann mit ihrer kleinen Schar mutig durch das Gehege. Im Bereich der Suhle kommt es dann zur Begegnung mit dem Keiler. Laute Begrüßung, freundliches Beschnuppern. „Vater“ und „Mutter“ signalisieren keine Gefahr. Die Familie trabt gemeinsam rund um den Teich und verschwindet zwischen den Bäumen.
Eskildsen bewertet diese Beobachtungen sehr positiv. „Der junge Keiler galt bislang als sehr wählerisch.“ Jetzt sei man guter Hoffnung für die Zukunft.
Solche und ähnliche Szenen können Besucherinnen und Besucher mit etwas Glück und Geduld derzeit im Wildgatter aus nächster Nähe beobachten. In diesem Zusammenhang bitten die Helfer jedoch, auf eigenständige Fütterungsaktionen zu verzichten. Denn durch ungeeignete Lebensmittel könnten Krankheiten in den Bestand getragen werden. Vor allem aber bestehe die Möglichkeit, dass durch Futterneid spontane Konkurrenzkämpfe ausgelöst würden, erklärt Eskildsen. Und Rangeleien zwischen erwachsenen Tieren seien gefährlich für den Nachwuchs.
Hirschkälber ab Ende Mai
Deutlich gemächlicher geht es im weitläufigen Rotwildgehege zu. Zwei Hirsche und sieben Hirschkühe wiederkäuen Heu und schauen in die Runde. Und das elfköpfige Damwildrudel ist irgendwo im Unterholz des Waldes unterwegs.
Der rund zwölf Hektar große Wildpark ist täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt frei, Spenden willkommen.