Ostholsteiner sindam häufigsten krank
23 Fehltage pro Jahr – Psychische Erkrankungen und Rückenleiden sind meist die Ursache.

In Ostholstein wird der Krankenschein besonders häufig ausgestellt.Symbolfoto: Sina Schuldt/dpa
Ostholstein. Die Menschen in der Region Ostholstein/Plön sind häufiger krankgeschrieben als im Landesdurchschnitt. Das geht aus aktuellen Auswertungen der Krankenkasse DAK hervor.

Nach Angaben der Kasse waren versicherte Beschäftigte aus der Region im Jahr 2025 durchschnittlich an 23 Kalendertagen krankgeschrieben. In ganz Schleswig-Holstein lag der Wert bei rund 20 Fehltagen pro Kopf, in Lübeck sind es 21 Kalendertage.

„Der Krankenstand hat sich mit 6,3 Prozent auf einem hohen Niveau eingependelt“, sagt Nils Junker, DAK-Chef in Lübeck. Ihm zufolge sei es deshalb notwendig, eine fundierte Ursachenforschung voranzutreiben. Ein Krankenstand von 6,3 Prozent bedeutet, dass an jedem Kalendertag im Durchschnitt 63 von 1000 Beschäftigten krankgeschrieben waren. Im Vergleich zum Jahr 2024 ist der Krankenstand damit leicht gestiegen.

Zahlen der Techniker Krankenkasse (TK) zeigen, dass der Krankenstand im Vergleich zum Vorjahr minimal gesunken ist. Sie zeigen aber auch, dass die dort versicherten Ostholsteiner mehr Fehltage haben als im bundesweiten Durchschnitt. Demnach lag der Krankenstand in Ostholstein 2024 bei rund 6,5 Prozent und 2025 bei 6,2 Prozent. Die Fehltage summierten sich 2024 auf rund 23,7 Tage, 2025 sank die Anzahl auf durchschnittlich 22,7 Tage. Bundesweit lagen die Krankentage bei TK-Versicherten im Schnitt bei 19 (2024) oder 18,5 (2025) Tagen.

Der häufigste Grund für Krankschreibungen in der Region waren laut DAK psychische Erkrankungen. Diese verursachten im vergangenen Jahr 533 Fehltage je 100 erwerbstätigen Versicherten (Vorjahr: 428 Tage). Auf Platz zwei lagen Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenprobleme mit 400 Fehltagen je 100 Versicherten (Vorjahr: 347 Tage). Es folgten Atemwegserkrankungen mit 397 Fehltagen je 100 Versicherten (Vorjahr: 384 Tage).

Allein Rückenschmerzen haben laut Daten der AOK Nordwest 2025 im Kreis Ostholstein rund 56.600 Fehltage bei AOK-Versicherten verursacht. Etwa 61.300 Ostholsteiner befinden sich demnach wegen Rückenschmerzen in ärztlicher Behandlung, das entspricht rund 30 Prozent der Bevölkerung. Neben körperlichen Belastungen gelten auch Faktoren wie Stress, Depressionen, Bewegungsmangel, Rauchen oder Übergewicht als Risikofaktoren. had
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