Vermesser prüfen noch einmal die Position der Fundamente, bevor diese gegossen werden. Sobald der Beton ausgehärtet und belastbar ist, sollen die pro Stück etwa 1,5 Tonnen schweren Wohncontainer per Kran auf die kleinen Sockel gesetzt und miteinander verbunden werden. Die Anschlüsse für die Ver- und Entsorgung der Unterkünfte mit Strom und Telekommunikation sowie Trinkwasser und Abwasser sind bereits vorbereitet.
Zum Hintergrund: Die Gemeinde Malente hat seit vielen Jahren größere Probleme, Wohnraum für die zugewiesenen Geflüchteten zu finden. Im Frühjahr 2022 eskalierte die Situation mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Als Notlösung konnte die Gemeinde das leerstehende Gästehaus des CJD-Bildungszentrums anmieten – allerdings nur befristet bis Ende 2025. Der damals bereits verkaufte Gebäudekomplex soll einem Neubauprojekt weichen.
Aufgrund dieser Situation beschloss die Gemeindevertretung im Herbst 2024, die marode Turnhalle in der Ringstraße abzureißen, um Platz für provisorische Flüchtlingsunterkünfte zu schaffen. Geplant wurde ein modulares Containerdorf. Im ersten Bauabschnitt, der nun realisiert wird, sollen bis zu 65 Wohnplätze geschaffen werden.
Parallel dazu wird derzeit die Pension „Alte Mühle“ in Malente-Krummsee zu einem Flüchtlingsheim umgebaut. Hier sollen bis zu 45 Wohnplätze entstehen.
Beide Einrichtungen sollen ab Ende Mai betriebsbereit sein. „Die Unterkünfte werden dringend gebraucht“, sagt Bürgermeister Heiko Godow (CDU). Nach aktuellem Stand muss die Gemeinde pro Jahr 70 Flüchtlinge aufnehmen. Hinzu kommen weitere Verpflichtungen aus vergangenen Jahren. „Der Kreis hat auf unsere Situation Rücksicht genommen und die Zuweisungen ausgesetzt“, sagt Godow. Ab Juni könne die Gemeinde diese gesetzliche Aufgabe wieder erfüllen.