Gesundheits-tipp
Haarausfall: Ursachen & Lösungen einfach erklärt

Joerg Ortmann,Inhaber der Pinguin-Apotheken, gibt Gesundheits-Tipps.

Wenn Haare dünner werden, belastet das oft weit über das Aussehen hinaus. Denn die Suche nach der Ursache braucht viel Geduld. Haarausfall kann Betroffene verunsichern und den Leidensdruck erhöhen, gerade dann, wenn er besonders stark ausfällt.

Was ist Haarausfall?

Haare wachsen in stabilen Zyklen. Ein Teil wächst, ein Teil ruht. Täglich fallen dabei mehrere Haare aus. Bis zu 100 Haare gelten als normal. Steigt die Menge über Wochen aber erheblich an oder wird das Haar sichtbar lichter, liegt ein behandlungsbedürftiger Haarausfall vor. Dermatologen sprechen konkret von einem Effluvium. Dabei sind die Haarwurzeln aus dem Gleichgewicht geraten und wechseln vorzeitig von der Wachstumsphase in die Ruhephase. Das Haar fällt aus, obwohl die Haarwurzel eigentlich noch intakt ist, denn seltener ist sie bereits geschädigt.

Die häufigsten Formen

von Haarausfall

Erblich bedingter

Haarausfall

(androgenetische

Alopezie)

Der androgenetische Haarausfall hat eine erbliche Ursache und ist die am weitesten verbreitete Form. Die Haarfollikel reagieren hier empfindlich auf ein Abbauprodukt des Hormons Testosteron (Androgene). Das führt dazu, dass die Wachstumsphase verkürzt wird und eine Miniaturisierung der Follikel erfolgt, die schrittweise schrumpfen. Bei Männern zeigen sich oft Geheimratsecken und eine lichte Tonsur. Bei Frauen dünnt das Haar vor allem am Scheitel aus.

Diffuser Haarausfall

(Diffuse Alopezie)

Bei der diffusen Alopezie lichtet sich das Haar gleichmäßig über den ganzen Kopf. Besonders häufig sind Frauen betroffen. Der Grund liegt seltener in den Genen. Meist ist der Körperhaushalt direkt betroffen. Nährstoffmängel, hormonelle Veränderungen, Medikamente oder anhaltender Stress können dabei als Auslöser gelten. Wird die Ursache behoben, erholt sich das Haar häufig auch wieder.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Bei plötzlich entstehenden runden, kahlen Stellen wie beim kreisrunden Haarausfall liegt die Ursache meist in einer fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems. Es greift die Haarwurzeln vorübergehend an. Die Haut selbst bleibt dabei aber glatt und unverletzt und die Haarfollikel in der Regel erhalten.

Vitamine, die bei Haar-

ausfall fehlen können

Für gesundes Haar braucht der Körper Bausteine. Fehlen sie, spart der Organismus zuerst an den Haaren und Nägeln. Am häufigsten zeigen sich Defizite bei Vitamin D, Biotin und Vitamin B12. Auch Eisenmangel spielt eine zentrale Rolle, vor allem bei Frauen mit starkem Blutverlust oder einseitiger Ernährung. Wird der allgemeine Mangel ausgeglichen, verbessert sich auch die Haarqualität schrittweise.

Lösungen:

Was stoppt Haarausfall?

1. Ursache klären

Wirksam ist, was die Ursache trifft. Haarausfall lässt sich oft bremsen. Der Schlüssel liegt aber in der Ursache. Ist diese gefunden, kann eine gezielte Behandlung erfolgreicher eingesetzt werden. Haarausfall ist ein Symptom und die Haarwurzel zeigt, was im Körper gerade fehlt oder aus dem Takt ist. Sinnvoll sind je nach Situation:

■ Blutbild mit Ferritin als Eisenspeicherwert

■ Vitamin D, Vitamin B12, teils Zink

■ TSH und bei Bedarf weitere Schilddrüsenwerte

■ bei Frauen je nach Muster und Begleitsymptomen auch Androgenprofil

■ Blick auf Medikamente, Diäten, Infekte, Operationen, Geburten

■ Stressregulierung bei stressbedingten Haarausfall

2. Kopfhaut gezielt pflegen

Pflege stoppt keine genetische Alopezie. Sie kann aber irritierte Kopfhaut beruhigen und Haarbruch senken. Grundprinzipien: milde Reinigungsprodukte, zurückhaltende Hitze, sanftes Trocknen, Frisuren ohne dauerhaften Zug.

3. Medikamente anwenden

Gerade bei dem erblich bedingten, androgenetischen Haarausfall (Alopecia androgenetica) reagieren die Haarfollikel empfindlich auf männliche Hormone (Androgene). Die Follikel werden kleiner. Die Haare werden feiner. Ohne Behandlung schreitet das oft weiter voran.

Medikamente, die hierbei eingesetzt werden sind:

■ Minoxidil, als Lösung angewendet, fördert den Haarwuchs, vor allem bei frühem Beginn. Wirkung: vermutlich durch eine verbesserte Durchblutung der Kopfhaut.

■ Finasterid (oral) senkt die DHT-Bildung und den Druck auf die empfindlichen Haarwurzeln (nur mit ärztlicher Begleitung).

■ Antiandrogene Therapien (bei Frauen) sind ärztlich verordnete Antiandrogene, die die Wirkung männlicher Hormone an der Haarwurzel dämpfen sollen.

4. Stressbedingten

Haarausfall beruhigen

Stresshormone beeinflussen Entzündungsbotenstoffe und den Haarzyklus. Der Ausfall der Haare beginnt oft verspätet. Hilfe bei stressbedingten Haarausfall:

■ regelmäßiger Schlaf und feste Erholungszeitfenster

■ moderate Bewegung für bessere Stressregulation

■ Entspannungstechniken, die im Alltag bleiben

■ ausreichende Energiezufuhr, da Stress mit weniger Essen einhergehen kann

Gesunde Grüße aus den

Pinguin-Apotheken



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