Travemünde: Restaurant Traveblick steht zum Verkauf
Nach Kündigung des Pachtvertrags: Schwimmende Gastronomie ist auf dem Markt.

Mit Blick auf die „Passat“: Das ehemalige Restaurant Traveblick sucht einen neuen Eigentümer.Foto: Thomas Krohn
Travemünde. 190.000 Euro für ein schwimmendes Restaurant in Travemünde: Das Traditionslokal Traveblick wird nach seiner Schließung Ende 2025 jetzt zum Kauf angeboten. Ob es an seinem angestammten Liegeplatz an der Flaniermeile Vorderreihe bleiben darf, steht noch nicht fest.

24 Jahre hatte die Eigentümerin Cornelia Süchting das beliebte Restaurant betrieben. Eigentlich wollte sie das schwimmende Lokal in neue Hände geben. Sie beauftragte das Travemünder Immobilienunternehmen Schaumburg-Holstein mit der Suche nach einem Nachfolger. Bereits etwa 20 Interessenten hatten sich daraufhin gemeldet.

Da sich der bestehende Pachtvertrag für den Ponton nur jeweils automatisch um ein Jahr verlängerte, wollte sie mit der Stadt Lübeck einen Fünf-Jahres-Vertrag aushandeln. Doch das gestaltete sich schwierig. Es bedürfe noch der „Klärung genehmigungspflichtiger Voraussetzungen“, teilte die Stadt mit. Nach Angaben der Verwaltung fehlten Baugenehmigungen. Während der laufenden Abstimmungsgespräche kündigte die Stadt das Pachtverhältnis zum 31. Dezember 2025. Die Schließung des Restaurants sorgte im Netz für viele Proteste. Nutzer fragten, warum es jahrelang offenbar keine Probleme trotz angeblich fehlender Genehmigungen gab. „Lasst den Traveblick leben“, forderte ein User. Anhänger des Lokals stellten Grablichter vor dem geschlossenen Restaurant auf.

Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos) erklärte auf der Stadtteilkonferenz im Januar, dass die Stadt nach dem Entschluss, die Immobilie zu verkaufen, die nicht genehmigte Nutzung nicht länger dulden werde. Ob tatsächlich eine zusätzliche Baugenehmigung fehlt, sei bis wenige Tage vor Ende des gekündigten Pachtvertrags auch der Stadt nicht klar gewesen, sagt Mathias Walter, Inhaber von Schaumburg-Holstein. Alle Genehmigungen für Pontons und die Gastronomie lägen seit 24 Jahren vor.

Nun also steht das schwimmende Lokal zum Kauf. Ob die Immobilie künftig auf dem bisherigen Liegeplatz als Restaurant genutzt werden kann, ist noch unklar, sagt Walter. Zurzeit bestehe aber noch ein Vertrag über die Nutzung des Anlegers. Bereits kurz nach Erscheinen der Verkaufsanzeige hätten sich etliche Interessenten gemeldet. Das Lokal könne nach eventuell erforderlichen, zusätzlichen behördlichen Genehmigungen zum Beispiel auch als Hausboot genutzt werden. Aufgrund der möglicherweise zeitlich begrenzten Möglichkeit an der Trave müsse es jedoch vermutlich zu einem käufereigenen Liegeplatz umziehen. und TKR
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