Lakeside Resort in Malente:Fünf Bewerber wollen das Hotel betreiben
Star-Architekt stellte 2023 seine Pläne vor – Seitdem ist nicht viel passiert – Sprecher: „Sind noch ganz gut in der Zeit“.

Still ruhen die Seen. Anstelle der leerstehenden Kurklinik am Hängebargshorst in Malente-Krummsee soll ein nobles Spa-Hotel mit dem Arbeitstitel Lakeside Resort entstehen.Foto: Dirk Schneider
Malente. Im verwilderten Park der ehemaligen Kurklinik am Hängebargshorst blühen die ersten Frühlingsboten. Eigentlich sollten hier schon die Abrissbagger rollen, um den Bauplatz für „Deutschlands schönstes Spa“ vorzubereiten. Doch die Planung für das 180-Millionen-Euro-Projekt scheint sich zu verzögern. Die Entwicklung des Lakeside Resorts steckt in der Warteschleife.

Anfang April 2023 präsentierte Hadi Teherani eine aufsehenerregende Vision für das Lakeside Resort „The Spiral“ in Malente. Der Hamburger Stararchitekt plant seither, anstelle der leerstehenden Kurklinik in Krummsee ein luxuriöses Wellnesshotel zu errichten. Die ersten Skizzen lösten zunächst eine Welle der Begeisterung aus. Die Größe des Objekts sorgte wenig später jedoch für Kritik.

Betreiber soll in Planungen eingebunden werden

Nach regen Diskussionen im Bauausschuss der Gemeinde ist es seit gut einem Jahr still um das Vorhaben geworden. In den vergangenen Monaten wurden bereits terminierte Berichte zum Sachstand und Beratungen zur Entwicklung immer wieder abgesagt. Im jüngsten Bauausschuss gab Bürgermeister Heiko Godow (CDU) nun ein kurzes Update.

Laut ihm laufen die Arbeiten hinter den Kulissen auf Hochtouren weiter. Godow berichtete „von einem produktiven Gespräch“ mit Vertretern der Hadi Teherani Resorts GmbH in Hamburg. Die wichtigste Botschaft: Aktuell suche der Investor einen Betreiber für das Hotelprojekt. „Es haben sich fünf namhafte Unternehmen beworben“, sagte Godow. Sobald dieses Auswahlverfahren abgeschlossen sei, wolle Teherani in die nächste Abstimmungsphase gehen.

Ein Grund: Angesichts der Tatsache, dass die Verträge eine Laufzeit von 20 bis 30 Jahren hätten, sollten auch die Vorstellungen des finalen Betreibers in die weiteren Planungen und Beratungen einfließen, erklärte Teherani-Resorts-Sprecher Alexandre Desbois-Daniel. Es gehe um ein Gesamtkonzept, das alle Seiten zufriedenstellen müsse.

Verzögerungen seien bei einem Projekt dieser Größenordnung weder überraschend noch ungewöhnlich. „Wir sind noch ganz gut in der Zeit“, sagte Desbois-Daniel. Die Vorgaben wähle man stets „sportlich“, weil man mit einem ambitionierten Zeitplan schneller in die Umsetzung kommen könne als ohne Zielvorgabe.

Gutachten und

Stellungnahmen

kosten Zeit

Unabhängig davon werde die Planungsgeschwindigkeit auch durch Vorgaben ausgebremst, die für die Bauleitplanung erforderlich seien, erläutert Malentes Bürgermeister. So müsse die Verwaltung die Stellungnahmen von zahlreichen Trägern öffentlicher Belange einholen. Dazu zählten umfangreiche Gutachten wie zum Arten- und Naturschutz, die rund ums Jahr zu bestimmten Vegetationsperioden gemacht werden müssten – also entsprechend lange dauerten. Und diese Ergebnisse müssten dann für den weiteren Abwägungsprozess auch noch rechtlich bewertet und eingeordnet werden.

Wann die überarbeiteten Planungsentwürfe öffentlich beraten werden, hängt von den weiteren Entwicklungen ab. Godow hofft auf „vor Beginn der Sommerpause“.

Auf dem rund 13 Hektar großen Areal soll ein spiralförmiges Hotelgebäude mit 220 Hotelzimmern und -apartments entstehen. Hinzu kommen umfangreiche Spa- und Wellnessbereiche und drei Restaurants. On top soll die begehbare Dachterrasse einen atemberaubenden Ausblick bieten.

Kritiker bemängeln die Höhe des viergeschossigen Baukörpers. Skybar und Aussichtspunkt sollen bei etwa 18 Metern Höhe liegen. Auch die Versiegelung zusätzlicher Flächen und „eine Überforderung der vorhandenen Infrastruktur“ werden von Gegnern beanstandet. dis

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