Dabei hatte Klaus Pries seine beiden Hunde Rocky und Leif nur in den Garten des Grundstücks in Eutin Sielbeck am Kellersee lassen wollen. Nach rechts und links ist das Gelände eingezäunt. Die Absperrung reicht sogar ein Stück weit ins Wasser.
„Ich selbst bin wieder reingegangen, da habe ich den alten Hund bellen gehört“, erzählt er. Der 15-jährige Senior Leif bellt sonst nie. „Daher wusste ich direkt, dass etwas los sein muss.“
Hunde entdeckten
Nutria-Bau
Als er herauskam, waren beide Tiere nicht mehr im Garten. „Ich habe sie dann etwas weiter links an der Grundstücksgrenze gesehen. Übers Eis waren die Hunde an einen Nutria-Bau herangekommen“, erzählt Pries und deutet auf eine bewachsene Stelle, die links von seinem Seezugang liegt. „Dort gab es eine wilde Beißerei.“
Seinen alten Hund habe er dann abrufen und ins Haus bringen können. Rocky und ein Nutria rannten dagegen aufs Eis. Da in der Höhle weitere Tiere waren, wollte der Nager den Hund möglicherweise vom Bau weglocken. Auf die Rufe seines Besitzers reagierte der Rüde nicht mehr.
Feuerwehr rückte mit
Eisrettungssteg an
„Ich habe Rocky dann erst einmal beobachtet, aber nach zehn Minuten habe ich schon das Martinshorn gehört“, erzählt der Hundehalter. Jemand hatte die Situation beobachtet und die Feuerwehr alarmiert. Die habe dann entschieden, die Rettung des Hundes anzugehen, berichtet Pries.
Mittels einer Eisrettungstreppe verschafften sich vier Feuerwehrleute in Überlebensanzügen Zugang zum Eis und trieben den Hund in Richtung Ufer. Klaus Pries sei zeitweise sogar mit auf die andere Seite der Bucht gekommen, in der Hoffnung, seinen Hund von dort aus abrufen zu können. Doch Rocky war wie im Tunnel.
Rockys Bisswunden
heilen gut
Nach rund eineinhalb Stunden dann der Erfolg: Rocky war wieder an Land – und sein Besitzer ziemlich erleichtert. „Natürlich hatte ich auch Angst“, erzählt er. Auch wenn er sich recht sicher gewesen sei, dass das Eis hält, blieben die Sorgen.
Rocky selbst ist mit einer kleinen Bissverletzung, aber zufrieden zurück zu Klaus Pries gekommen. Welche Aufregung er verursacht hatte, war dem Vierbeiner offenbar keinesfalls bewusst. Beide Tiere hatten sich während des Kampfes gegenseitig gebissen. Klaus Pries war mit ihm deshalb nach dem Vorfall auch beim Tierarzt, doch die Wunde verheilt gut.
Auf das Abenteuer
folgte Hausarrest
Hausarrest hatte Rocky trotzdem. Vorerst geht es nur an der Leine nach draußen. Der Garten darf erst wieder betreten werden, wenn das Eis komplett geschmolzen ist. „Hätte ich gewusst, dass hier Nutria leben, wäre ich ohnehin vorsichtiger gewesen“, sagt Pries, der Jäger ist und daher einen guten Blick auf die Natur hat. Bisher hatte er keines der Tiere auf diesem Abschnitt des Kellersees beobachten können.