Ausgangspunkt waren Themen, die die jungen Menschen in einer zunehmend verunsichernden Welt bewegen: Ausgrenzung, Diskriminierung, Flucht, Radikalisierung und Angst. Bereits in der Brainstorming-Phase überraschten sie mit Zitaten der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer. Die 2023 gestorbene Zeitzeugin überlebte Verfolgung, Deportation und das KZ Theresienstadt. Bis ins hohe Alter setzte sie sich für Erinnerung, Aufklärung und Menschlichkeit ein.
Ihr Vermächtnis durchzieht die Inszenierung. Die Jugendlichen ziehen Parallelen zwischen gesellschaftlichen Entwicklungen der 1930er-Jahre und heutigen Tendenzen wie Rechtsruck, wachsender Gewalt und Ausgrenzung. Mal abstrakt, mal konkret, choreografiert, gespielt oder improvisiert: Das Ensemble verbindet Tanz, Theater, Musik und Lichtgestaltung zu einem eindringlichen Gesamterlebnis. Immer wieder stehen Worte Friedländers im Zentrum – etwa ihr Satz: „Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit.“
Die Aufführung findet anlässlich der Ausstellung „Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ statt, die ebenfalls in der Michaeliskirche eröffnet wird. Sie erinnert daran, dass nicht nur Männer, sondern auch zahlreiche Frauen Widerstand leisteten und Verfolgten halfen – darunter Maria Seidenberger, Cato Bontjes van Beek, Elisabeth Abegg undInitiiert wurde der Abend von Pastorin Angelika de Oliveira Gloria von der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Eutin. Der Eintritt ist frei.