Elisabeth Krankenhaus:Der Altbau wird moderner
Aufstockung, neue Technik und weitere Maßnahmen sollen 23 Millionen Euro kosten.

Bis auf eine Station ist das Altgebäude mit angefügten Flügeln an der Plöner Straße leer, erste Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten sind bereits angelaufen.Fotos: Ulrike Benthien
Eutin. Am Sankt Elisabeth Krankenhaus (SEK) Eutin startet ein weiteres großes Bauvorhaben. Nun ist das Bestandsgebäude an der Plöner Straße dran, nachdem im Sommer 2025 zur Bismarckstraße hin ein Neubau mit 98 Betten eingeweiht worden ist. Das bevorstehende Projekt sieht einen Umbau und eine Aufstockung des Krankenhauses vor. Kostenschätzung: rund 23 Millionen Euro.

Das Gebäude an der Plöner Straße 42 ist im Jahr 1931 errichtet worden. Betreiber und Bauherr war der Orden der „grauen Schwestern“, der seit 1910 die ambulante Krankenpflege in der Stadt übernommen hatte. „Wir wollen das alte und traditionsreiche Haus in die Gegenwart überführen, aufbauend auf und verbunden mit dem ursprünglichen Gründergedanken“, sagte SEK-Geschäftsführer Dirk Beutin bei der Vorstellung des Umbaus im Eutiner Stadtentwicklungsausschuss.

Beabsichtigt ist, den West-, Ost- und Südflügel jeweils um ein Geschoss aufzustocken, die damit die Höhe des Hauses in der Mitte erreichen werden. „Viele Stationen sind in den Neubau umgezogen. Jetzt wollen wir den Altbau auf links drehen“, so Beutin.

Im Technikbereich sei 2025 schon vieles angepasst worden. Renovierung und Sanierung seien im bis auf eine Station leergezogenen Altbau in Teilen bereits angelaufen. „Ab Ende 2026 beginnt die schrittweise Umstrukturierung“, so der SEK-Geschäftsführer.

Das Streben nach „Komfort und Wachstum“ führte er als Grund für die emsige Bautätigkeit an. Es gebe immer mehr geriatrische Patienten, das sind Menschen ab dem 60. Lebensjahr. „Daher ist es erforderlich, Kapazitäten auszubauen“, sagte Dirk Beutin. Das SEK habe den Auftrag des Landes, den Bedarf abzudecken. Dieses hat laut Beutin bereits 17 Millionen Euro der derzeit geschätzten 23 Millionen Euro Gesamtkosten in Aussicht gestellt.

Thilo Türke von der Sisu Planungsgesellschaft Berlin erläuterte die Planungen für den Altbau: Statt Neuversiegelung von Boden Aufstockung, neue Haustechnik, Versorgung mit Fernwärme, KfW-Standard 55. „Gründächer auf dem Ost- und Westflügel sollen der Schwammstadt-Idee nachkommen“, sagte er. Ziel des Schwammstadt-Konzepts ist es, möglichst viel Regenwasser aufzunehmen und zu speichern. Im über die Jahrzehnte immer wieder erweiterten Bau müssen auch Brandschutzmaßnahmen umgesetzt werden: „Brandwände müssen alle übereinander stehen“, erklärte der Planer.

Der Klinikneubau des SEK ist im vergangenen Juni offiziell eingeweiht worden. Darin gibt es 62 Einzelzimmer sowie 18 Doppelzimmer. Die dortige Palliativstation hat 22 Betten – vorher 13 Betten, ein Plus von 69 Prozent. Der Geriatrie-Bereich wird mit der bevorstehenden Baumaßnahme ebenfalls vergrößert: auf dann 132 Betten – vorher 88, ein Zuwachs von 50 Prozent. Insgesamt wird das Elisabeth Krankenhaus dann über 154 Planbetten verfügen. „Die Palliativstation zählt damit zu den drei größten in Deutschland, die Geriatrie zu den fünf größten“, sagte Dirk Beutin. Und weiter: „Wir wollen uns zum Magnet-Krankenhaus entwickeln.“ Der Begriff steht für hohe Pflegequalität und Mitarbeiterzufriedenheit sowie eine attraktive Arbeitsumgebung für Pflegefachkräfte.

Die Zahl der im SEK Beschäftigten ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 2019 waren es 155 Mitarbeitende, die Prognose geht für Ende 2026 von 279 Mitarbeitenden aus – ein Plus von 80 Prozent.

Dass das Eutiner Krankenhaus bei der Mitarbeitergewinnung so erfolgreich ist, führt der Geschäftsführer mit darauf zurück, „dass wir ihnen ein Parkplatzangebot machen können“. Das Elisabeth Krankenhaus hat am alten Güterbahnhof 60 Parkplätze von der Wirtschaftsvereinigung Eutin gemietet. „Und wir haben die Option auf 20 weitere“, sagte Dirk Beutin. ben
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