Hoffnung aufeinen Konzertsommer
Nach Absage der Eutiner Festspiele: Kommunalpolitiker arbeiten an Ersatzprogramm

Die Seebühne im Winterschlaf – wird es dort im Sommer Programm geben?Foto: Bernd Strebel
Eutin. Die Spielzeit der Eutiner Festspiele ist abgesagt: Die Kommunalpolitiker arbeiten nun an Lösungen, wie es weitergehen kann. Die Eutin Tourismus GmbH (ETG) soll nun ran. Die Gesellschaft soll nach dem Willen des städtischen Hauptausschusses, der am vergangenen Dienstag getagt hat, die Möglichkeiten für einen „Konzertsommer 2026“ auf der Seebühne als kulturellen Ersatz ausloten.

Die Kommunalpolitiker regen an, dass sich die ETG fachliche Expertise einholen soll, beispielsweise beim Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF). Dieses plant im Sommer eine Veranstaltung auf der Seebühne und zeigt sich aufgeschlossen, angesichts der abgesagten Festspiel-Saison weitere Konzerte dort zu veranstalten. Man sei im Wartemodus und benötige ein positives Signal der Stadt, sagt SHMF-Pressesprecherin Laura Hamdorf.

Zu der Sitzung waren rund 80 Eutiner Bürgerinnen und Bürger gekommen, weitaus mehr als zu anderen Ausschusssitzungen. Doch viel zu hören bekamen die Anwesenden nicht. Denn die wesentlichen Punkte wurden im nichtöffentlichen Teil diskutiert.

Zuvor hatte sich Ursula Ahrens, Inhaberin eines Friseursalons in der Stadt, im Rahmen der öffentlichen Einwohnerstunde entrüstet: „Haben die Stadtvertreter den Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Kultur eigentlich richtig begriffen?“

Sonja Wirges (Freie Wähler) entgegnete, das habe man sehr wohl. „Es ist uns selbstverständlich ein großes Anliegen, daran zu arbeiten, dass es weitergeht“, versicherte sie. Auch Matthias Rachfahl (CDU) betonte: „Wir werden uns massiv für den Fortbestand einsetzen. In welcher Form auch immer.“

Ziel der Eutiner Fraktionen ist es, schnellstmöglich die Varianten einer neuen Gesellschaft in kommunaler Trägerschaft für den Betrieb der Eutiner Festspiele zu prüfen – möglicherweise angedockt an die Eutin Tourismus Gesellschaft.

Der Eutiner Bürgermeister Sven Radestock (Grüne) sagte mit Blick auf die anstehende Aufgabe: „Wir müssen ein Konzept hinbekommen, wie die Festspiele langfristig getragen werden können, und das nicht nur in den kommenden zwei Jahren. Wir wollen die Bühne aber auch in diesem Sommer nicht ungenutzt stehen lassen.“

Der Bürgermeister sagte weiter: „Christian Kuhnt, der Intendant des SHMF, wird hierherkommen und uns beraten, wie eine künstlerische Ausrichtung aussehen könnte.“

Radestock verwies außerdem darauf, dass auch Kreis und Land den Wunsch formuliert hätten, dass die Festspiele bestehen bleiben sollten: „Das Land hat aber auch klar gesagt, der große Aufschlag liegt bei der Stadt Eutin.“ Heißt: Selbst bei einer höheren strukturellen Förderung vom Land wäre die Stadt in der Hauptverantwortung, einen Fortbestand des Spielbetriebs zu organisieren.

Einstimmig beschloss der Hauptausschuss, dass die ETG den organisatorischen Zuschnitt sowie die voraussichtlichen Kosten für einen „Konzertsommer 2026“ ermitteln soll. Parallel dazu soll die Verwaltung Gespräche mit Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern führen. ben/bes
Druckansicht