„Wir verzeichneten an Silvester ein um fünf Prozent und damit leicht erhöhtes Einsatzaufkommen im Vergleich zu anderen Nächten an Wochenenden und Feiertagen - vorwiegend bedingt durch alkoholbedingte Verletzungen und Stürze“, erklärt Dr. Jörg Metzner, Leiter der Zentralen Notaufnahme an den Sana Kliniken Lübeck.
Am Lübecker UKSH war die Situation dramatischer. An der dortigen Interdisziplinären Notaufnahme wurden zwischen dem 31. Dezember und dem 3. Januar zwölf Personen mit Bezug zu Silvesterereignissen versorgt. Fünf Fälle stünden im Zusammenhang mit Pyrotechnik. Darunter seien schwere Handverletzungen gewesen sowie Verbrennungen zweiten Grades im Gesicht. Auch Kinder mussten versorgt werden. Sie hatten Verbrennungen an Händen und Gesicht, zum Teil seien die Augen beteiligt gewesen, teilt die Klinik mit.
Über eine relativ ruhige Nacht konnten sich die Tiere im Lübecker Tierheim freuen. „Das liegt vor allem daran, dass wir etwas außerhalb liegen“, erklärt Susanne Tolkmitt, die Vorsitzende des Vereins Tierschutz Lübeck und Umgebung. Dennoch hätten empfindliche Hunde und Katzen in die Innenbereiche verlegt werden müssen. „Der Zeitraum, in dem geböllert wird, verlängert sich immer mehr“, findet Susanne Tolkmitt.
Ein Problem sei das auch für die Wildtiere. „Gerade Vögel sind durch das Geböllere stark beeinträchtigt“, sagt Sabine Jebens-Ibs vom Lübecker Naturschutzbund. Gänse- und Krähenschwärme in Wakenitznähe seien den ganzen Abend aufgescheucht worden, selbst Kraniche seien zu hören gewesen, sagt Jebens-Ibs. „Zum Glück haben wir keine Berichte über tote oder verletzte Vögel.“
Bereits am Morgen des Neujahrstages haben die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) begonnen, die Hansestadt aufzuräumen. Für die Innenstadt habe es ein Extra-Aufräumteam gegeben, erzählt EBL-Pressesprecher Mirko Wetter. Im Rest der Stadt räumt die reguläre Straßenreinigung auf. Mengenmäßig sei nicht weniger Müll angefallen als im vergangenen Jahr, bedauert Wetter.
Dafür sind aber weniger Abfallbehälter als üblich in Lübeck gesprengt worden, berichten die EBL. „Dieses Mal brannten nur 28 Müllbehälter“, sagt Mirko Wetter.
„Es handelte sich bei der Silvesternacht 2025/2026 um ein ruhiges Silvester. Der überwiegende Teil der Brandeinsätze führte zu kleinen Einsatzstellen“, erklärt Nicole Dorel, Sprecherin der Hansestadt Lübeck. Zwischen 16 Uhr am 31. Dezember und 6 Uhr am 1. Januar musste die Feuerwehr zu 66 Brandeinsätzen, neun technischen Hilfeleistungen und zu 85 Notfalleinsätzen ausrücken.
Den größten Einsatz hatte die Feuerwehr in Lübeck-Buntekuh. Dort brannte es auf einem Balkon. Das Feuer sei aber schnell unter Kontrolle gewesen, sagt Dorel. Personen seien dabei nicht zu Schaden gekommen.
Trotz der weitestgehend positiven Gesamtbilanz haben die Lübecker Grünen mittlerweile ein Böllerverbot für die gesamte Lübecker Altstadt gefordert. Die Partei möchte so nicht nur die Feinstaubbelastung reduzieren, sondern auch Verletzungen und Tierleid vermeiden.
Das Kieler Innenministerium sieht Chancen für ein solches Verbot. Zuständig für entsprechende Beschränkungen seien die Bürgermeister der amtsfreien Gemeinden. In Lüneburg gilt ein solches Verbot bereits.