„Der Ansatz für die Finanzierung der Essensversorgung an der Begegnungsstätte wird von 70.000 auf 35.000 Euro gekürzt“, lautete der Verwaltungsvorschlag. Dabei sei das Gratisessen ein maßgeblicher Faktor bei der Etablierung der Begegnungsstätte gewesen, notierte die Verwaltung in ihrer Sparliste.
Um dann vorzuschlagen, dass die Arbeiterwohlfahrt (Awo) als Betreiberin der Einrichtung „anderweitige Finanzierungsmöglichkeiten oder einen Eigenanteil der Nutzenden“ prüfen sollte.
Das Nein der Bürgerschaft begründet Michelle Akyurt, Sozialpolitikerin der CDU: „Der Betrag ist gering, der Nutzen ist groß. Deshalb gibt es keinen Grund, am Zuschuss für das Mittagessen zu sparen.“ Das kostenlose Mittagessen lindere materielle Not, ermögliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, fördere Gemeinschaft und Integration und beuge Isolation vor, sagt Grünen-Politiker Müller-Lornsen.
Das städtische Gesundheitsamt hat den Betrieb in der Begegnungsstätte, die Ende März 2023 eröffnet wurde, analysiert. Danach sind die Besucherzahlen 2024 und in diesem Jahr sowohl vormittags als auch nachmittags gestiegen.
„Die Zahlen und auch die Berichte aus der Einrichtung über den Zuspruch zum Essen lassen darauf schließen, dass das Essensangebot zur guten Annahme der Begegnungsstätte als sozialen Treffpunkt geführt hat“, schlussfolgert das Gesundheitsamt.
40 Gratisessen würden täglich ausgegeben. „Die Essen werden über die Firma ‚Apetito‘ tiefgefroren eingekauft und am jeweiligen Tag zubereitet“, heißt es in dem Bericht. Die Süchtigen würden sich dafür vorher anmelden. Frühstück werde nach Bedarf und Möglichkeit in der Begegnungsstätte ebenfalls angeboten. Dafür würden Nahrungsmittelspenden von der Tafel verwendet.
Aber auch die verlängerten Öffnungszeiten, die seit März 2024 gelten, haben für mehr Besucher gesorgt. Das zeigen Monatsstatistiken, die das Gesundheitsamt aufbereitet hat. In der Spitze kommen mittlerweile bis zu 1200 Besucher im Monat in die Begegnungsstätte.