Wie Malente trotz Schuldenbergin die Zukunft investieren will
Sporthalle, Containerdorf, Feuerwehr – Diese Projekte will die Gemeinde 2026 umsetzen

Nach dem Abriss der Sporthalle in der Ringstraße wird derzeit der Bauplatz für ein Containerdorf mit Flüchtlingsunterkünften vorbereitet.Foto: Dirk Schneider
Malente. Die Haushaltslage wird immer schwieriger: Für 2026 drohe Malente ein Defizit von 2,7 Millionen Euro, erklärt der Finanzausschussvorsitzende Wilfred Knop. Und es werde noch schlimmer. Bis 2029 werde sich das jährliche Minus multiplizieren. Minus mal Minus ergebe hierbei allerdings kein Plus. „Bei dieser Entwicklung wird die Gesamtverschuldung auf 61,7 Millionen Euro steigen“, sagt Knop. Und Malentes Schuldenberg wird wohl noch deutlich höher werden. Denn: „Wir reden noch nicht über den geplanten Schulneubau“, betont Knop. Allein dieses Projekt werde zwischen 40 und 60 Millionen Euro kosten, schätzt er. Man müsse aber auch sehen: „Durch diese und andere Zukunftsinvestitionen werden Werte geschaffen.“ Und wenn man einen lebenswerten Ort schaffen wolle, müsse man den Menschen, die man anlocken wolle, auch etwas anbieten, sagt Knop.

Sporthalle und

Flüchtlingsunterkünfte

Das aktuell größte Vorhaben ist der Ersatzbau für die Drei-Feld-Sporthalle an den Auewiesen. Für die Vorarbeiten sind im kommenden Jahr 2,2 Millionen Euro vorgesehen. Für die bauliche Umsetzung, die 2027 beginnen soll, wird eine sogenannte Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 12,7 Millionen Euro eingeplant. Zudem gibt es eine Förderzusage vom Bund über weitere 3 Millionen Euro.

Ebenfalls stark zu Buche schlägt der Bau von neuen Flüchtlingsunterkünften. Nach dem bereits erfolgten Abriss der alten Turnhalle an der Ringstraße soll auf diesem Areal ein Containerdorf errichtet werden. Das Grundstück wird derzeit für das Aufstellen der Wohncontainer vorbereitet. Für die ersten beiden Bauabschnitte, in denen Wohnraum für rund 100 Menschen geschaffen werden soll, sind 4,2 Millionen Euro veranschlagt.

Für eine mögliche Erweiterung um 30 Plätze, die bei entsprechendem Bedarf erfolgen müsse, werden weitere 3,1 Millionen Euro per Verpflichtungsermächtigung (VE) für 2027 bereitgestellt. Mit einer VE verpflichtet sich die Kommune, benötigte Finanzmittel für künftige Jahre bereitzustellen und mehrjährige Maßnahmen abzusichern.

Brandschutz
und Feuerwehr

Die nächsten großen Posten sind Investitionen für Brandschutz und Feuerwehr. So sind für den Neubau des Feuerhauses Nüchel-Benz im Haushalt 2026 1,2 Millionen Euro vorgesehen. Hinzu kommt eine VE für 2027 über 2,1 Million Euro, insgesamt also 3,3 Millionen Euro. Mittelfristig müssen auch die Domizile für die Wehren Timmdorf und Sieversdorf-Malkwitz erneuert werden. Vorsorglich werden Planungskosten von rund 1,84 Millionen Euro eingestellt. Hinzu kommen rund 750.000 Euro für die energetische Sanierung des Feuerwehrhauses in Malente-Gremsmühlen.

Auch neue Fahrzeuge müssen angeschafft werden. Zwei Busse für die Jugendwehren kosten jeweils 82.600 Euro, die dazugehörigen Anhänger je 15.000 Euro. 2027 sollen ein Tanklöschfahrzeug, ein Mannschaftstransportwagen und das Rettungsboot ausgetauscht werden. Geschätzte Gesamtkosten rund 640.000 Euro – wahrscheinlich wird es teurer. Der Preis für den bereits ausgeschriebenen Hygieneanhänger ist jedenfalls von 80.000 Euro auf 122.000 Euro gestiegen. Diese Kostensteigerung um 50 Prozent zeigt anschaulich ein großes Problem der Gemeinde. „Die Preise laufen uns davon“, sagt Knop.

Haus des Kurgasts und

Toilettenhäuschen

Das Haus des Kurgastes soll künftig auch als Verwaltungsgebäude genutzt werden. Für die erforderlichen Sanierungs- und Umbauarbeiten der Büros und Veranstaltungsräume sind 500.000 Euro eingeplant. Die marode WC-Anlage am Malentino-Spielplatz soll im Zusammenhang mit der Erneuerung der Eisenbahnbrücke in der Sebastian-Kneipp-Straße erneuert werden. Für das neue Toilettenhäuschen sind 120.000 Euro vorgesehen,Straßenbau
und Kanalisation

Die gleiche Summe wird für den nächsten größeren Bauabschnitt bei der Sanierung der Diekseepromenade benötigt. Für neue Holzdecks der beiden Aussichtsplattformen sind 40.000 Euro erforderlich und weitere 150.000 Euro sind für kleinere Straßenbaumaßnahmen vorgesehen.

Für die Oberflächenentwässerung werden insgesamt rund zwei Millionen Euro bereitgestellt. In Abstimmung mit dem Kreis Ostholstein und dem Langzeitplan sollen alljährlich fünf Einleitstellen für Regenwasser erneuert werden. Kosten: 1,1 Millionen Euro. 650.000 Euro sind für die Fertigstellung der Schächte und Abläufe sowie die Straßen- und Böschungssanierung im Bereich Bahnhofstraße und Neversfelder Straße eingeplant.

Die nüchternen Zahlen

Für 2026 rechnet Malente mit Einnahmen von gut 31 Millionen Euro, die Ausgaben liegen bei knapp 34 Millionen Euro. Insgesamt plant Malente für 2026 Investitionsausgaben in Höhe von gut 14 Millionen Euro, die per Kredit finanziert werden müssen. Die Verpflichtungsermächtigung für 2027 liegen zudem bei mehr als 18 Millionen Euro. Der aktuelle Schuldenberg würde damit von aktuell 21,7 Millionen Euro auf 55,9 Millionen Euro steigen. 2029 läge der Gipfel bei 61,7 Millionen Euro – ohne die Kosten für den Bau des neuen Schulzentrums. und dis
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