Der Antrag der Gemeinde, den bisherigen Gerichtsbeschluss zu ändern, wurde jetzt vom Oberverwaltungsgericht (OVG) abgelehnt. „Es bleibt dabei, dass die 3. Änderung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans der Gemeinde Scharbeutz außer Vollzug gesetzt ist“, erklärt Richter Christian Willers. Hintergrund: Das OVG in Schleswig hatte das Vorhaben auf Antrag eines Anliegers aus Naturschutzgründen gestoppt. Obwohl auf dem Gelände bereits mal eine Strandhalle, ein „Wienerwald“ und eine Disco gestanden hatten, durfte auf dem 150 Meter breiten Küstenschutzstreifen entlang der Ostsee nicht gebaut werden. Doch dann ist von der Unteren Naturschutzbehörde eine Befreiung vom Bauverbot im Küstenschutzstreifen erteilt worden.
Das reicht dem Gericht jedoch nicht. Der Kreis Ostholstein habe im Juli 2024 beschieden, dass eine Ausnahme nicht gewährt werden könne, da der Bau „einen erheblichen Eingriff in die Werte und Funktionen von Natur und Landschaft einschließlich des Landschaftsbildes darstelle“. Willers: „Die im gleichen Bescheid erteilte naturschutzrechtliche Befreiung führt vereinfacht gesagt nicht zur Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans.“
Bürgermeisterin Bettina Schäfer (parteilos) sagt zu der Entscheidung: „Nachvollziehbar ist sie nicht. Dieser nun aufgegriffene Punkt ist an keiner Stelle zuvor im Verfahren moniert worden. Das gesamte Verfahren greift aus meiner Sicht in die Planungshoheit der Gemeinde ein.“ Aufgeben wollen die Gemeinde und die Bürgermeisterin nicht. „Wir haben uns rechtlich beraten lassen. Die jetzige Entscheidung ist ein Hängebeschluss, aber noch nicht die Entscheidung in der Hauptsache.“ Vorrangig gehe es um den Unterschied einer Befreiung und einer Ausnahme nach Landes- und Bundesnaturschutzgesetz. Schäfer: „Wir haben bereits Gespräche mit den zu beteiligenden Behörden aufgenommen und hoffen, das im Hauptverfahren heilen zu können.“ Wie lange es aber bis zur endgültigen Entscheidung dauert, ist völlig offen.
Trotzdem bleibt auch der Investor weiter positiv. „Wir sind optimistisch, den derzeitigen Mangel noch beheben zu können und das Verfahren für uns zu einem positiven Ende zu führen. Wir stehen nach wie vor zu einhundert Prozent hinter dem Projekt, auch wenn nun eine weitere Verzögerung auf uns zukommt“, sagt Thomas Malezki von der Hanseatic Group. Der Hotelneubau in Haffkrug soll ein großer Gebäudekomplex mit drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss werden. Geplant sind für das Hotel im gehobenen Segment neben 87 Zimmern auch Tagungsräume, ein Wellnessbereich, ein Restaurant und eine Tiefgarage.