Dirk Bremken leitet den Geschäftsbereich Gewerbegebiete und -zentren bei der Egoh. Er und sein Team sprechen mit Unternehmern, die sich in Ostholstein ansiedeln wollen. Hauptaufgabe dürfte aber die Schaffung neuer Flächen sein. Es ist die Rede von sieben neuen Gewerbegebieten, die sich aktuell in der Planungsphase befänden. Wo genau diese entstehen und wie groß sie sein sollen, will Bremken nicht sagen. Er begründet dies mit laufenden Grunderwerbsverhandlungen.
Bekannt ist jedoch, dass Ratekau, Scharbeutz und Ahrensbök gern unweit der A1 ein interkommunales Gewerbegebiet erschließen würden. Und auf Fehmarn wurde Anfang 2026 beschlossen, eine Machbarkeitsstudie für eine Fläche in Puttgarden in Auftrag zu geben.Klar ist, dass die Zahl der Gewerbegebiete nicht ausreicht. Daran ändern auch die gut 14,5 Hektarin Beusloe nichts. Dirk Bremken sagt: „Sofern uns im kommenden Jahr die Versorgungs- und Entsorgungsleitungen am Standort zur Verfügung stehen, kann der Baubeginn erfolgen.“ Mit ersten Flächeninteressenten werde schon gesprochen und über den Verkauf von Teilflächen verhandelt.Deutlich schneller fertig sein wird der Unternehmenspark im Hansebelt in der Gemeinde Gremersdorf unweit der Autobahn 1. Die Erschließung des 170.000 Quadratmeter großen Geländes soll im zweiten Quartal 2025 beendet werden. Ungewöhnlich ist aus Sicht der Egoh, dass sich dort nur wenige, aber dafür Unternehmen mit sehr viel Platzbedarf niederlassen werden. Dazu gehört auch die E-Gruppe, die die Hälfte der Fläche nutzt. Die Firma aus Nordrhein-Westfalen hat ein Logistikzentrum mit drei Hallen gebaut.Zwei davon nutzt der Online-Reifenhändler Delticom.Wer sich außerdem noch ansiedeln wird, sagt Dirk Bremken nicht. Jedoch: „Die Reservierungslage und die Zahl der konkreten Kaufverhandlungen sind derzeit erfreulich. Welche Auswirkungen die aktuelle wirtschaftliche Lage haben wird, ist nicht absehbar.“
Losgelöst davon dürften der Bau der Fehmarnbeltquerung und der zweigleisigen Schienenanbindung zu einem Gewerbeboom führen. Rüdiger Schacht ist stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck. Er sagt: „Die Bedarfe hat das in der IHK zu Lübeck angesiedelte Regionalmanagement im Hansebelt mit der Bedarfsprognose von Georg Consulting ermittelt. Für den Kreis Ostholstein ergab sich ein Bedarf von bis zu 87 Hektar Gewerbefläche bis zum Jahr 2040.“ Vor allem für Unternehmen aus den Bereichen Handel/Großhandel mit Logistik sowie Handwerk würden Flächen gesucht.
Schacht erklärt, dass der Zeitpunkt der Tunnel-Eröffnung in knapp fünf Jahren im Planungshorizont der regionalen Betriebe und Investoren liege. „Wir rechnen daher mit einem zunehmenden Interesse an Gewerbeflächen. Die weiteren Standortqualitäten des Hansebelts wie die hohe Wohnqualität und die zunehmende Verfügbarkeit erneuerbarer Energien tragen dazu bei“, sagt Rüdiger Schacht.
Ähnlich äußert sich Dirk Bremken. Bezogen auf die Beltquerung spricht er von einem elementaren Standortvorteil. „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die zukünftige Verkehrsinfrastruktur im Zuge des Baus des Belttunnels von hoher Qualität sein wird.“ Daher sei von einem steigenden Interesse am Standort Ostholstein auszugehen.