„Dieser Schritt ist ein großartiges Beispiel für das Gelingen von interkommunaler Kooperation“, betont Bürgermeister Jan Lindenau. „Wir haben eine Vereinbarung getroffen, von der alle Beteiligten profitieren. Ich freue mich, dass wir in der Region so gut zusammenarbeiten.“
Eine rund 2,8 km lange Druckleitung zwischen der Hamberger Kläranlage und dem Übergabepunkt im Gewerbegebiet Roggenhorst Nord muss nun geplant, genehmigt und gebaut werden. Nach ihrer Inbetriebnahme wird diese das Abwasser von bis zu 3.000 Einwohnerwerten voraussichtlich ab 2027 nach Lübeck transportieren. „Anstelle eines notwendigen Ausbaus der Kläranlage im Buurredder verspricht die Überleitung der Abwässer nach Lübeck mit einer Reinigung im Zentralklärwerk Vorteile bei Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz“, erklärt Bürgermeister der Gemeinde Hamberge, Albert Iken. Geplant und umgesetzt wird die Abwasserübernahme durch die Entsorgungsbetriebe Lübeck.
Die Vereinbarung enthält neben technischen Festlegungen und Regelungen zu Rechten und Pflichten der Partner auch eine wichtige Absichtserklärung. Die Lübecker Ortslage Reecke verfügt heute noch nicht über eine zentrale Kanalisation. „Diese wird aber in einigen Jahren kommen und soll das gesammelte Abwasser in die etwa 900 Meter entfernte Hamberger Kanalisation ableiten. Dadurch kann auf den Bau einer 3,4 Kilometer langen Druckrohrleitung auf Lübecker Gebiet verzichtet werden. In diesem Zusammenhang möchte ich auch meinem Spartenleiter, Herrn Thyen ganz besonders für sein Engagement und die umfangreichen, technischen und administrativen Abstimmungen in dieser Angelegenheit danken“, führt Direktor der Entsorgungsbetriebe Lübeck Mathias Mucha aus.
Die Gemeinde Hamberge trat 2023 im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Bürgermeister-Runden der Nachbargemeinden an die Hansestadt Lübeck mit der Bitte heran, Überlegungen zu einem Abwasser-Anschluss der Gemeinde an die Lübecker Stadtentwässerung erneut aufzunehmen. Derartige Pläne wurden zuvor bereits 2016 und 2020 Jahre ins Auge gefasst, in beiden Fällen aber aus verschiedenen Gründen nicht zu einer Umsetzung gebracht. Im Laufe des vergangenen Jahres ist es nun aber gelungen, alle Hemmnisse zu beseitigen und eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zu erarbeiten, die durch die beiden Bürgermeister unterzeichnet wurde.