Die Bäderbahn soll demnach ab Ratekau getrennt von der neuen Strecke weiterlaufen. Neustadt bleibt über die Bäderbahn angebunden. In Haffkrug soll ein neuer Bahnhof an der Neubaustrecke entstehen. Auf den bislang geplanten Bahnhof Scharbeutz an der Neubaustrecke soll dagegen verzichtet werden.
„Die Bäderbahn ist wieder Teil der Zukunftsplanung für den Schienenverkehr in Ostholstein. Das ist eine gute Nachricht für unseren Kreis und zeigt, wie wichtig es ist, dass die betroffenen Kommunen, der Kreis und weitere Partner gemeinsam nach Lösungen suchen“, sagt Landrat Timo Gaarz. „Dass das Land nun den Weiterbetrieb und sogar die Elektrifizierung plant, hat die Ausgangslage deutlich verändert. Davon können die Menschen in unseren Küstenorten und die gesamte Region profitieren.“
Damit ändert sich die bisherige Planung deutlich. Noch im vergangenen Jahr war vorgesehen, den Nahverkehr nach Fertigstellung der neuen Strecke vollständig auf die Neubaustrecke zu verlagern. Der Kreis und die betroffenen Kommunen hatten sich dagegen wiederholt für den Erhalt der Bäderbahn und ein attraktives Bahnangebot entlang der Ostseeküste eingesetzt.
In den vergangenen Monaten haben Kreis, Kommunen und die Hansestadt Lübeck gemeinsam Vorschläge für die künftige Bahnverbindung erarbeitet. Diese wurden im August erneut mit dem Land und der DB InfraGO beraten. Einige der Forderungen finden sich nun in den neuen Plänen wieder.
Dazu gehört auch eine bessere Verbindung zwischen der Bäderbahn und der neuen Strecke. Die Region fordert unter anderem eine zusätzliche Bahnsteigkante und eine kreuzungsfreie Einfädelung in Ratekau. Außerdem soll die Bäderbahn möglichst nah an den neuen Bahnhof Haffkrug herangeführt werden. So könnten Fahrgäste bequem zwischen den Zügen beider Strecken umsteigen. Auch die bisher geplante Verbindungsspange zur Stichstrecke nach Neustadt soll erhalten bleiben.
„Entscheidend ist jetzt, dass aus der neuen Perspektive auch eine tragfähige Lösung für die Praxis wird“, betont Gaarz. „Dazu gehören gute Umsteigemöglichkeiten, eine leistungsfähige Verknüpfung mit der neuen Strecke und eine Infrastruktur, die einen verlässlichen Betrieb ermöglicht. Die Region hat ihre Vorstellungen dazu klar formuliert. Dass das Land für diese Vorschläge offen ist, gibt uns eine gute Grundlage für die nächsten Gespräche.“
Für Ostholstein ist die Bahnverbindung entlang der Küste von großer Bedeutung. Sie soll die Küstenorte untereinander sowie mit Lübeck verbinden und damit auch zur weiteren Entwicklung der Region beitragen.
Offen ist allerdings noch die Finanzierung der notwendigen Baumaßnahmen. Dafür sind nach bisherigen Angaben Gespräche mit dem Bund über Fördermittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz notwendig. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Vertretern des Landes, der NAH.SH, der DB InfraGO, des Kreises und der betroffenen Kommunen soll die nächsten Schritte begleiten.
„Jetzt kommt es darauf an, die neue Planung gemeinsam weiterzuentwickeln und die offenen Fragen zu klären. Der Kreis wird sich dabei weiterhin konstruktiv einbringen und die Interessen Ostholsteins vertreten“, so Landrat Gaarz.