Inken Schnaase, Leiterin des Projekts am Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH), hat diese Box mit ihrem Team entwickelt. „Es sind Dinge zum Ausprobieren, Anfassen und Verstehen. Das ermöglicht einen handelnden Zugang zu verschiedenen Themen“, erklärt Schnaase. Durch die Übungen können Schulklassen leichter ins Gespräch kommen und einen Blick für sichtbare und unsichtbare Einschränkungen bekommen. Zum Beispiel gibt es einen Text, in dem die Buchstaben P, B, D und T durcheinander sind, um die Erfahrung einer Lese-Rechtschreib-Schwäche nachvollziehbar zu machen, beschreibt Schnaase.
Auch Blinkbrillen und Akustikröhren seien dabei, um Reizüberflutung besonders sensibler Kinder zu simulieren. „Alle Jahrgangsstufen und Fächer können sie einsetzen“, betont die Sonderpädagogin, die auch in der Ausbildung von Lehrkräften tätig ist.
„Als Förderzentrum haben wir den Auftrag, Regelschulen bei der Umsetzung von Inklusion zu unterstützen“, erklärt Schulleiter Sören Bellmer. Mit den Aufgaben aus den Boxen ließen sich Klassen- oder Schulprojekte zur Inklusion sehr anschaulich gestalten. „Die Barriboxen ermöglichen Schülerinnen und Schülern auf Grundlage von Erfahrungen und Erlebnissen gegenseitiges Verständnis und fördern dadurch die Empathie füreinander in der Klasse und der gesamten Schule. Das ist auch ein Lernen für eine respektvolle Gesellschaft“, betont der Schulleiter.
Seit sieben Jahren ist das Förderzentrum ein Ausleihstandort. Mehr als 60 Mal wurden die Barriboxen an andere Schulen ausgeliehen. „Jedes Mal, wenn die Box rausgeht, ist das ein kleiner Schub für mehr Inklusion“, freut sich Bellmer.