Damit Reisende dennoch möglichst bequem unterwegs sind, pendeln schicke, topmoderne Busse zwischen den beiden Orten. Eigentlich. Denn zuletzt wurden wiederholt deutlich kleinere Fahrzeuge ohne Toiletten eingesetzt. Das sorgt jetzt für viel Ärger.
Bekannt gemacht hat das Ganze Niclas Dürbrook. Der ostholsteinische SPD-Politiker ist Landtagsabgeordneter. Er sagt: „Mich haben in den vergangenen Wochen zahlreiche Beschwerden erreicht. Gerade Seniorinnen und Senioren, aber auch Familien berichten von erheblichen Problemen, weil statt der modernen Doppeldeckerbusse zunehmend kleinere Fahrzeuge mit deutlich weniger Sitzplätzen und ohne Toilette eingesetzt werden. Bei den langen Fahrtzeiten ist das schlicht unzumutbar.“
Dübrook habe daraufhin eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt. Diese und die Reaktion des Verkehrsministeriums liegen nun vor. Demnach muss die Deutsche Bahn mindestens sechs Doppeldeckerbusse für die Durchführung vorhalten. Doch genau das ist derzeit nicht der Fall, was auch ein Bahnsprecher gegenüber den LN bestätigt.
Demnach hätten die Fahrzeuge bereits rund 800.000 Kilometer auf dem Tacho, was einige Reparaturen mit sich brächte. Diese würden zurzeit durchgeführt. Weiter teilt der Sprecher mit: „Aktuell versuchen wir, den Ausfall der defekten Fahrzeuge so gut es geht zu kompensieren.“ Auch habe man mittlerweile einen gebrauchten siebten Doppeldecker beschafft, der gerade für den Betrieb aufgerüstet werde und in etwa vier Wochen einsatzbereit sei. „Dieser entspricht demselben Standard wie die sechs vorhandenen. Ein weiterer ist in Planung“, betont der Sprecher.
Laut Vertrag zwischen der DB und dem Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (Nah.SH), der für das Land den regionalen Schienennahverkehr organisiert, müssen die Busse mindestens 75 Sitzplätze, eine Toilette, eine Klimaanlage, WLan sowie Platz für Rollstühle und Fahrräder haben. Da dies zuletzt häufiger nicht der Fall war, behält sich Nah.SH vor, die Ausgleichszahlungen wegen des Einsatzes nicht vertragsgemäßer Busse zu mindern.
Niclas Dürbrook hält dies für richtig, sagt aber auch: „Entscheidend ist aber, dass sich die Situation jetzt schnell verbessert. Die Androhung von Strafzahlungen allein bringt den Fahrgästen noch keine Toilette und keinen zusätzlichen Sitzplatz.“