Ostholstein verliert Einwohner
Studie: Bis 2040 sinkt die Zahl – Weniger Einfamilienhäuser benötigt – Veränderungen durch die Beltquerung.

In Ostholstein dürften in den kommenden Jahren mehr Wohnungen statt Einfamilienhäuser benötigt werden.Foto: Jens Büttner/dpa
Eutin. Die Zahl der Geburten sinkt, die Zuwanderung nimmt ab. All das hat Folgen für den Kreis Ostholstein. Bis 2040 soll die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner zurückgehen, wobei es auch ein Szenario mit Wachstum gibt. Dies geht aus der aktuellen kleinräumigen Bevölkerungs- und Haushaltsprognose hervor. Die Daten sollen unter anderem helfen, für benötigten Wohnraum zu sorgen. Interessant ist, welchen Effekt die feste Fehmarnbeltquerung sowie die Schienenanbindung haben könnten.

Ende 2024 lebten im Kreis etwa 201.470 Menschen – rund 3500 mehr als 2011. Hauptgrund war der Zuzug von Geflüchteten. Bezogen auf die Entwicklung in den kommenden knapp 14 Jahren gibt es drei Szenarien. In dem ersten werden infrastrukturelle Maßnahmen wie die eingangs genannten nicht berücksichtigt. Im zweiten und dritten Szenario wird davon ausgegangen, dass aufgrund der Bautätigkeiten Menschen zuwandern, einmal um zehn Prozent und einmal um 20 Prozent mehr als im ersten Szenario.

Dies führt dazu, dass die Zahl der Ostholsteinerinnen und Ostholsteiner nur im dritten Szenario bis 2040 zunimmt – um 2025 Personen. Am deutlichsten spürbar wäre dies auf Fehmarn (plus 930 Menschen) und in Oldenburg (plus 700). Timmendorfer Strand hingegen würde 500 Personen verlieren. Aber auch im Amt Ostholstein-Mitte sowie in der Gemeinde Süsel gäbe es auch in diesem Fall einen deutlichen Rückgang.

Die Macher der Studie – Gertz Gutsche Rümenapp GbR – betonen, dass es in allen Szenarien zunächst noch Zuwächse gebe, aber am Ende immer zu Bevölkerungsverlusten komme. Je nach Szenario mal früher, mal später.

Szenario-unabhängig würden die Ergebnisse einen Anstieg von älteren Menschen in kleineren Haushalten aufzeigen. „Dies hat entsprechende Folgewirkungen für Wohnraumbedarfe, Versorgungsstrukturen, Mobilitätsangebote und nahräumliche Qualitäten“, heißt es. Und weiter: „Die Entwicklung bringt mit sich, dass in vielen Teilräumen des Kreises deswegen künftig voraussichtlich weniger Einfamilienhäuser benötigt werden als bisher.“ Dementsprechend sollte bei der Entwicklung von Wohnraum hauptsächlich auf kleinere, gut angebundene Wohnungen geachtet werden. ser
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