23 Minuten lang erstrahlte der Himmel über der Ostsee in allen Farben – so lang wie nie zuvor. Inszeniert wurde die Show vom Team der Ostsee-Pyrotechnik. Allein am Samstagabend säumten 45.000 Menschen Strand und Promenade und bestaunten die Effekte über dem Meer. Abgestimmt waren die Himmelsfarben auf Musik, die der Tourismusservice im Vorfeld ausgewählt hatte.
„Wir ziehen ein positives Fazit“, sagt Tourismuschef Manfred Wohnrade. Zum Warm-up am Freitagabend kamen rund 20.000 Besucherinnen und Besucher an die Promenade. Neben der Lasershow hatten sich auch die gastronomischen Betriebe am Event beteiligt und Programm geboten. „Dieses Konzept kam gut an, und wir werden daran festhalten“, sagt der Tourismuschef. Am Samstagabend feierten dann 45.000 Menschen in Grömitz. Angesichts des Wetters sahen wohl einige Spontanbesucher vom Weg an die Ostsee ab. Im vergangenen Jahr waren 50.000 Gäste gekommen.
Geduld war auf der Rückfahrt dennoch gefragt. Insbesondere auf der Strecke nach Bliesdorf, die Richtung Autobahn führt, kam es zu Staus. Daran konnte auch die Einteilung in drei Rückreisezonen nur bedingt etwas ändern. Der Tourismusservice versucht, durch das Leitsystem den Rückreiseverkehr zu entzerren. Doch bis die tausenden Besucher von auswärts freie Bahn haben, dauert es erfahrungsgemäß etwas.
Unklar ist, wie es im kommenden Jahr weitergeht. Es wird in jedem Fall auch 2027 an zwei Tagen gefeiert. Änderungen soll es dennoch geben. Geplant sei, die Lasershow, die es in diesem Jahr erstmals am Tag vor dem Feuerwerk gegeben hatte, sowie das Feuerwerk selbst miteinander zu verbinden, heißt es. Wohnrade erklärt: „Feuerwerk und Lasershow gemeinsam zu inszenieren, eröffnet uns ganz neue Spielräume, und darauf freuen wir uns sehr.“
Dass Lasershows grundsätzlich immer mehr Bedeutung gewinnen, liegt auch an zunehmender Kritik am klassischen Feuerwerk. Die Tierschutzorganisation Peta hatte im Vorfeld von Ostsee in Flammen über ihre Sorgen aufgeklärt: „Es ist inakzeptabel, dass derartiges Tierleid für wenige Minuten Unterhaltung in Kauf genommen wird“, sagt Fachreferentin Monic Moll. „Statt Knallerei auf Kosten der Tiere sollte ,Ostsee in Flammen’ in Grömitz auf geräuscharme, tierfreundliche Alternativen setzen.“
Grömitz will auf das klassische Feuerwerk dennoch nicht gänzlich verzichten. „Die Erwartungen sind riesengroß, ,Ostsee in Flammen’ hat mittlerweile Tradition“, sagt Manfred Wohnrade. Wenn man etwas verändere, dann müsse es gut durchdacht sein. Klar sei aber: „Der Geist vonOstsee in Flammen muss erhalten bleiben.“
Wer sich schon jetzt auf die Suche nach einer Unterkunft vor Ort machen will: Es bleibt auch künftig beim traditionellen Termin. Am letzten Augustwochenende wird es auch 2027 wieder heißen: „Ostsee in Flammen“. Ebenfalls bestätigt ist bereits der Termin fürs Sonne, Strand und Sterne-Festival am Ostseestrand. Vom 30. Juni bis zum 4. Juli wird in Grömitz gefeiert – welche Künstler dann auf der Bühne stehen, will der Tourismusservice in den kommenden Wochen bekanntgeben.