Biotonnen-Offensive in Ostholstein
Der ZVO will Zehntausende Haushalte von einer braunen Tonne überzeugen.

Biotonnen, wie hier vor einem Haus in Eutin, sind in Ostholstein noch längst kein Standard. Nur etwa die Hälfte der Haushalte im Kreisgebiet hat eine braune Tonne.Foto: Lutz Roeßler
Sierksdorf. Bislang schmeißen viele Menschen im Kreis Ostholstein ihre organischen Abfälle in die Restmülltonne – dabei müssten sie diese eigentlich in ihrem Garten kompostieren oder eine Biotonne nutzen. Das Problem ist seit Jahren bekannt. Der Zweckverband Ostholstein (ZVO) startet deshalb eine neue Kampagne. Ab 2027 sollen die braunen Tonnen – nach schriftlicher Ankündigung – an Tausende Haushalte verteilt werden.Frank Spreckels ist ZVO-Verbandsvorsteher. Er sagt: „Die Zahl der Biotonnen ist bei uns viel niedriger als in anderen Regionen. In Kreisen wie dem Herzogtum Lauenburg werden rund 90 Prozent der Haushalte abgedeckt.“ In Ostholstein erreiche man aktuell knapp mehr als die Hälfte – etwa 37.800 Haushalte. Zudem würden knapp 21.000 Haushalte auf Eigenkompostierung setzen. Alle anderen kämen nun für die Bereitstellung einer Biotonne inf rage.Wilhelm Winkelmann, Geschäftsbereichsleiter Abfallwirtschaft, ergänzt zur geringen Abdeckung mit Biotonnen: „Das hat Folgen: 40 bis 50 Prozent der Masse in den Restmülltonnen sind Bioabfall. Da sind wir nicht gut.“ Hinzu kommt, dass der Biomüll bislang im Müllheizkraftwerk mitverbrannt wird.

So viel kostet

die Biotonne

In Zukunft soll der Großteil der Bioabfälle also in der richtigen Tonne landen. Den 80-Liter-Behälter gibt es für 2,50 Euro pro Monat. „Wir stellen die Tonnen einfach mal hin und glauben, dass viele Menschen sie nutzen werden“, sagt Frank Spreckels.

Parallel dazu hat der ZVO bekanntgegeben, dass er in Zukunft dauerhaft mit den Entsorgungsbetrieben Lübeck sowie den Kreisen Stormarn und Lauenburg kooperieren wird. Ab dem 1. Januar 2027 wird der Biomüll fortlaufend – sprich ohne alle paar Jahre wiederkehrende Ausschreibung – zur mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage nach Lübeck gebracht.

Das wird aus

dem Biomüll

Dort werden die Reste aus dem Garten sowie der Küche in Biogas umgewandelt. Zudem wird aus den Gärresten Kompost für die Landwirtschaft erzeugt. Frank Spreckels betont die Vorteile der Vereinbarung: Ohne die feste Kooperation könne es passieren, dass man nur sehr teure Angebote für die Verwertung des Biomülls erhalte oder aber der Müll 200 bis 300 Kilometer durch die Gegend gefahren werden müsse. Dies sei weder nachhaltig noch im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

Spreckels erklärt auch, warum Kundinnen und Kunden keine größeren Gefäße als die genannten 80 Liter fassenden bekommen könnten: Sie seien schlichtweg zu schwer, um von den Müllwerkern bewegt zu werden, ohne dass diese gesundheitliche Schäden davontrügen. ser
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