Seit November 2025 war die Brücke gesperrt. Bei einer Hauptprüfung hatten Ingenieure weitere Schäden an der Holzkonstruktion festgestellt. Nach Angaben der Stadt war eine sichere Nutzung nicht mehr gewährleistet, sodass die Brücke umgehend für den öffentlichen Verkehr geschlossen werden musste.
Ende März 2026 begann der Ersatzneubau. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen: Mit der Freigabe hält die Hansestadt ihren Zeitplan ein und stellt die Verbindung wie angekündigt im Sommer 2026 wieder her.
Die bisherige Holzbrücke stammte aus dem Jahr 1991. An ihrer Stelle steht jetzt eine neue Stahlträgerbrücke mit zwei tief gegründeten Stahlbetonwiderlagern. Neben dem eigentlichen Neubau wurde auch die Zuwegung an das Bauwerk angepasst.
Eine wesentliche Veränderung betrifft die Höhenlage der neuen Brücke. Sie wurde höher errichtet als das Vorgängerbauwerk. Dadurch soll verhindert werden, dass die Querung bei Starkregen und den dadurch steigenden Wasserständen des Landgrabens überflutet wird. So soll die Verbindung auch bei Starkregen besser nutzbar bleiben.
Der Neubau am Morier Hof reiht sich in eine ganze Reihe von Brückenprojekten in Lübeck ein. Viele Bauwerke der Hansestadt sind Jahrzehnte alt und müssen saniert oder ersetzt werden. Regelmäßige Prüfungen führen immer wieder dazu, dass Schäden festgestellt und kurzfristig Maßnahmen eingeleitet werden müssen – bis zu Sperrungen, wenn die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist.
Gleichzeitig arbeitet die Stadt an der Sanierung weiterer Brücken. So stehen unter anderem die Mühlentorbrücke, die Hubbrücke und weitere Bauwerke vor umfangreichen Sanierungen oder befinden sich bereits in der Planung. Auch an der erst 2019 eröffneten Possehlbrücke sind derzeit Gewährleistungsarbeiten erforderlich.