Open-Air-Theater in Lübeck: Viel Lob für die Travebühne Standort neben der MuK besser ausgelastet als der Domhof im Vorjahr.
Spielfreude bis zum Schlussapplaus: Heiner Kock spielt den Diener Truffaldino.Foto: Isabel Machado Rios/Theater LübeckLübeck. Es gab Beifall im Stehen und Bravo-Rufe, und das Publikum gluckste und lachte laut während der Vorstellung. Zu schön und zu inbrünstig spielte das Ensemble, zu versiert musizierte die Theaterband, als dass nicht für jeden etwas dabei gewesen wäre in Carlo Goldonis Komödie „Der Diener zweier Herren“.Insgesamt 3600 Besucherinnen und Besucher erlebten die Lübecker Version dieses Bühnenstücks, das mühelos den Sprung von seiner Mailänder Uraufführung im Jahr 1746 ins Lübeck der heutigen Tage schaffte – dank der schnellen und mitreißenden Inszenierung in der Hansestadt auf der Bühne direkt neben der Musik-und Kongresshalle (MuK). Das Theater rechnet vor: Die Zahl der Besucher entspricht einer Auslastung von etwa 75 Prozent bei elf Vorstellungsterminen und einem Platzangebot von 436 Plätzen. Eine Vorstellung fiel der Hitze zum Opfer, eine andere wurde wegen Regens abgebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht die Auslastung nach Angaben des Theaters einem Zuwachs von vier Prozent. Das Platzangebot der Travebühne war mit 436 Plätzen gegenüber 291 Plätzen im Vorjahr im Domhof höher. Die Resonanz war nicht nur im Publikum spürbar, auch in den sozialen Netzwerken gibt es Lob unter zahlreichen Posts zu dem Stück. Auch das Theater berichtet von zahlreichen begeisterten Rückmeldungen seitens des Publikums – sowohl zum Spielort mit der einzigartigen Lübeck-Kulisse als auch zur humorvollen Inszenierung des Goldoni-Klassikers und der Spielfreude des Ensembles. Nicht zu vergessen: Die Band um den musikalischen Leiter Willy Daum war nicht nur durch den mitreißenden Italo-Pop Teil des Geschehens, sondern mischte sichtbar und gut gelaunt auch im Bühnengeschehen mit. „Das Produktionsteam und das Ensemble waren mit dem Spielort sehr zufrieden, auch dank der Infrastruktur, die über die MuK genutzt werden durfte, wie Räumlichkeiten für Kostüm und Maske“, heißt es in der Bilanz des Theaters. Positive Resonanz, gute Auslastung, prächtige Zusammenarbeit mit der MuK: Man könnte auf die Idee kommen, dass sich der Standort am Traveufer für eine Wiederholung geradezu aufdrängt. Für das kommende Jahr steht der Ort für die Open-Air-Produktion aber bereits fest. Das VfB-Stadion wird zum Theater-Außenstandort.Premiere für „Mein Jahrhundert“ anlässlich des 100. Geburtstages von Günter Grass ist am 26. Juni.Und das Theater will an der Tradition von Aufführungen an wechselnden Orten der Stadt festhalten. Über weitere Planungen für Open-Air-Aufführungen im Jahr 2028 werde in der kommenden Zeit gesprochen. Vielleicht kommt dann der MuK-Standort wieder ins Spiel. und NV