Hat die Kleine Waldschänkenoch eine Zukunft?
Diskussions- und Informationsveranstaltung am 28. Juni in Klingberg.

Seit 40 Jahren ist die Kleine Waldschänke in Klingberg ein Ort für Kultur, Begegnung und ehrenamtliches Engagement.Foto: Kulturverein Kleine Waldschänke
Klingberg. Die Kleine Waldschänke in Klingberg feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen – und blickt zugleich nach vorn. Mit einer offenen Diskussions- und Informationsveranstaltung unter dem Motto „Mach mit bei der kleinen Waldschänke – mach mit bei Kultur und Begegnung“ möchte der Kulturverein neue Ideen, neue Mitwirkende und neue Perspektiven für die Zukunft des traditionsreichen Kulturortes gewinnen. Denn klar ist: Ohne engagierte Menschen kann die Kulturarbeit in der Waldschänke in Klingberg langfristig nicht be-stehen.

Was muss das für ein Schock gewesen sein: Die Reste des ältesten Gebäudes in Klingberg sollten einst einem Straßenbauprojekt weichen. Sofort entspann sich in der malerisch am Großen Pönitzer See gelegenen Ortschaft eine kontroverse Diskussion darüber, wie die verbliebenen Teile des alten Landgasthofes „Waldschänke“ erhalten werden könnten. Die Gaststätte war 1962 einem verheerenden Feuer zum Opfer gefallen. Übrig blieb lediglich der ehemalige Schweinestall an der Ecke Uhlenflucht/Seestraße.

Engagierte Bürgerinnen und Bürger gründeten daraufhin einen Verein, entwickelten ein Nutzungskonzept und erwarben das Gebäude. Der Kulturverein Kleine Waldschänke war geboren. „In mühsamer Eigenarbeit wurde das Gebäude saniert und renoviert. Seitdem finden hier regelmäßig Kulturveranstaltungen und Ausstellungen statt. Allein in 2026 sollen 21 Ausstellungen, sechs Veranstaltungen und drei Feste stattfinden“, erläutert der Sprecher des Vereinsvorstands Klaus Rubach.

Heute besuchen Menschen aus der Region ebenso wie Urlaubsgäste die Kleine Waldschänke, stöbern in Antiquitäten, entdecken Landschaftsmalerei oder moderne Kunst und genießen die besondere Atmosphäre der reetgedeckten Kate. Über viele Jahre hinweg haben engagierte Menschen ehrenamtlich Ausstellungen organisiert, Veranstaltungen durchgeführt und damit das kulturelle Leben des Dorfes geprägt.

„Damit hat sich die Waldschänke zu einem Schwerpunkt des Dorflebens und zu einer festen Einrichtung entwickelt, die wir nicht mehr missen wollen“, ergänzt Gertrud Kummer, die die Geschichte des Dorfes seit vielen Jahren in einer Chronik dokumentiert.

Doch auch Klingberg verändert sich. Neue Baugebiete entstehen, Freizeit- und Konsumverhalten wandeln sich, und viele Ehrenamtliche werden älter. Nachwuchs für die Vereinsarbeit ist schwer zu finden. Daher hat der Verein die Veranstaltung am 28. Juni geplant. „Ohne neue Mitwirkende ist die Zukunft der kleinen Waldschänke nicht gesichert“, sagt Klaus Rubach. In einer offenen Gesprächsrunde sollen Ideen gesammelt und diskutiert werden: Welche Rolle kann die Kleine Waldschänke künftig spielen? Welche Veranstaltungen und Nutzungen sind denkbar, gewünscht und realisierbar? Die Ergebnisse sollen helfen, die Vereinsarbeit noch stärker an den Wünschen der Menschen vor Ort auszurichten und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.

Denn darin sind sich viele in Klingberg einig: Die Kleine Waldschänke und die Kulturarbeit gehören untrennbar zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Ortes — solange Menschen bereit sind, sich dafür zu engagieren.

Bereits jetzt beschäftigt sich der Verein mit weiteren Ideen für das Dorfleben. Geplant ist unter anderem eine Diskussionsveranstaltung darüber, wie sich die Lebensqualität in Klingberg durch Eigeninitiative und gemeinschaftliches Engagement weiter verbessern lässt. Auch hierzu sind Anregungen ausdrücklich willkommen.

Diskussions- und Infoveranstaltung zur Zukunft der Kleinen Wadlschänke: Sonntag, 28. Juni, 11 Uhr, Kleine Waldschänke in Klingberg, Seestraße 56/Ecke Uhlenflucht.
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