Wie das Wunderland-Hotel nach Lübeck kommt
Er erfuhr, dass dort ein Premium-Grundstück an einen Hamburger Immobilienentwickler vergeben worden war. „Ich empfand ab diesem Moment diese Fläche einfach als wunderschön. Schließlich kann man von dort direkt auf die Altstadtinsel schauen“, sagt er. Zudem habe er an das Entwicklungspotenzial des Areals geglaubt. Kurzerhand griff er zum Handy und rief den Lübecker Wallhalbinsel-Planer Jörg Sellerbeck an. „Der kam erst einmal ins Schwärmen, hat das Gesamtprojekt erklärt und mich natürlich sofort infiziert“, erinnert sich Drechsler. Der nächste Anruf ging an Achim Nagel, Geschäftsführer des Entwicklers Primus. Obwohl es dort bereits Gespräche mit anderen Interessenten gab, überzeugte der „Außenminister des Miniatur Wunderlands“ – wie er auch genannt wird – mit seinen Visionen sofort. „Es hat also gar nicht lange gedauert, bis wir alle gleichermaßen begeistert waren, an diesem Ort etwas Besonderes schaffen zu wollen. Seit sechs Jahren sind wir nun in der Planung“, bilanziert er. Mittlerweile sei das Vorhaben aber in Reichweite. Um zu verstehen, was in Lübeck entstehen soll, lohnt sich ein Blick in die Elbmetropole. Dort eröffnete im September 2019 das PierDrei am Sandtorkai.
212 Zimmer und einalle Lübecker
„In Hamburg haben wir ein Hotel für Hamburger gemacht. Genauso werden wir ein Hotel für Lübecker machen. Es ist komplett offen und öffentlich“, verspricht Sebastian Drechsler. Das gesamte Erdgeschoss soll durchlässig werden mit einer Day-Bar, Gastronomie und einer „Bakery“. Und der Bezug zu Lübeck ziehe sich wie ein roter Faden durch die Planung. So wie es in Hamburg eine Camping-Area mit Wohnwagen zum Übernachten auf dem Dach gibt, will man hier die direkte Wasserlage nutzen. „Diese Lage schreit natürlich nach einem oder mehreren Hausbooten“, träumt Drechsler, auch wenn dies alles noch mit den Behörden geklärt werden müsse. Auch kulturell wünscht das Team, tief in die Stadt einzutauchen. Das kleine historische Waagenhäuschen und alte Eisenbahnwaggons sollen bespielt werden; Straßenmusiker könnten für Flair sorgen. Und Kooperationen mit Lübecker Institutionen wie dem Lübecker Grass-Haus sind auch geplant. Ende des Jahres soll der Bau in Holzmodulbauweise losgehen. „Bis auf die Betonschächte wird da kein Beton verbaut, und wir versuchen, insgesamt möglichst nachhaltige Stoffe einzusetzen“, betont Drechsler. Wenn die fertigen Holzboxen erst einmal geliefert würden, ginge es schnell. „Entsprechend hoffe ich, dass wir im Spätsommer 2028 die ersten Gäste begrüßen dürfen.“, .