Vor ein paar Wochen bei der Deutschen Pizza-Meisterschaft sah das noch anders aus. „Natürlich war ich aufgeregt“, sagt Oprisnyk, die beim Lübecker Lieferdienst „Nico‘s Pizza“arbeitet und mit ihrer handwerklichen Raffinesse und einem betörenden Pizzarezept den ersten Platz bei der Deutschen Pizza-Meisterschaft gemacht hat. Sie ist die beste Pizzabäckerin Deutschlands. „Darauf bin ich sehr stolz“, sagt sie. „Der Titel motiviert mich, hier weiterzumachen.“
Zweiter Meistertitel fürNach der Auberginen-Caponata verteilt die Pizza-Meisterin Thunfisch und Jalapeños auf dem runden Teigstück. Mariia-Liliia Oprisnyk ist erst vor drei Jahren aus der Ukraine nach Deutschland gekommen und hat vorher nicht eine einzige Pizza selbst gebacken. „Meine Freundin arbeitet auch hier und hat mich gefragt, ob ich Pizzabäckerin werden möchte“, erzählt die junge Frau. „Ich habe sofort zugesagt. Es macht mir sehr viel Spaß, hier zu arbeiten.“
Und ihre Arbeit ist erfolgreich. Denn der Deutsche Meistertitel ist, obwohl sie erst seit kurzer Zeit im Pizza-Geschäft tätig ist, nicht ihr erster. „Im vorigen Jahr bin ich auch schon Deutsche Meisterin geworden“, sagt Oprisniyk stolz und schiebt die Pizza für rund drei Minuten in den Ofen.
Der Teig macht 50 Prozent einer guten Pizza aus
Stolz ist auch ihr Chef Nicola Diana. Der gebürtige Lübecker, der mit seinem Vater das Restaurant „Il Diana“ in Bad Schwartau betreibt, ist in der internationalen Pizza-Szene kein Unbekannter – deswegen konnte er bei der Pizza-Meisterschaft auch nicht an den Start gehen. „Ich bin schon fünfmal Deutscher Pizzameister geworden. Die Jury hat gesagt, dass ich nicht mehr teilnehmen darf“, sagt der 40-Jährige zufrieden.Dass Nicola Diana ein Ausnahmetalent beim Pizzabacken ist, zeigt er in der Küche seines Lieferdienstes. Er hat bei keinem Geringeren als Umberto Napolitano, der die erste Pizzaschule Deutschlands gegründet hat, gelernt.
Der Pizza-Experte nimmt eine graue Plastikscheibe in die Hände, die einem Frisbee ähnelt und als Übungsmaterial bei Pizza-Akrobaten nicht fehlen darf. Die Scheibe dreht sich unentwegt, er wechselt sie von der rechten in die linke und zurück in die rechte Hand. Er wirbelt sie über seinem Kopf. Sie verschwindet sogar hinter seinem Rücken und fliegt wie durch Geisterhand über seine Schulter zurück in seine Hände.
„Mit echtem Teig ist es schwierig geworden, weil wir den Wasseranteil erhöht haben und der Teig damit nicht mehr so dehnbar ist“, verrät Diana. „Der Teig macht 50 Prozent aus bei einer guten Pizza.“„Ich träumeDas Rezept hat sich ihr Chef ausgedacht. „Ich träume manchmal von Pizza und was als Belag zusammenpasst“, sagt er etwas schüchtern. „Tags darauf probiere ich es dann aus. Es entsteht viel aus dem Bauch heraus.“
Mariia-Liliia Oprisnyk schließt den Pizzakarton, die Pizza „Etna“ ist fertig. Das Wichtigste für sie beim Pizzabacken? „Für eine gute Pizza braucht man Liebe“, sagt die Pizza-Meisterin.