Der Sportverein sucht eine neue oder einen neuen 1. Vorsitzenden. Jessica Mühlenberg hatte im März 2018 die Führung des Traditionsvereins übernommen. Sie ist beruflich stark gefordert und wird sich deshalb bei der Jahresversammlung am 22. April nicht wieder zur Wahl stellen. „Leider hat sich noch niemand gemeldet, der kandidieren will. Sollte sich auch an dem Abend keiner bereiterklären, muss der Verein aufgelöst werden“, sagt sie.
Sportverein hat
um die 500 Mitglieder
Der bisherige 2. Vorsitzende Martin Rothenbücher ist schon nicht mehr an Bord. „Ich habe mein Amt aus privaten Gründen zum 31. Dezember niedergelegt. Es tut mir schon leid, aber ich wohne auch nicht mehr in der Gemeinde“, sagt er. Der Sportverein hat rund 500 Mitglieder, die in den Sparten Fußball, Handball, Badminton, Breitensport, Tischtennis, Tanzen, Turnen, Linedance und Inliner aktiv sind.
Auch der Dorfvorstand im Hauptort der Gemeinde benötigt dringend Verstärkung. Es sind nur noch zwei der fünf erforderlichen Mitglieder übrig. Marc Techt und Sven Harder wollen in der verbleibenden Amtszeit bis Mitte 2028 weitermachen. „Wir sind erbarmungslos unterbesetzt“, sagt Techt, „aber die Resonanz auf unsere Aufrufe nach Mitstreitern hält sich schwer in Grenzen.“ Es gebe bisher eine Interessentin, die aber in der Tourismusbranche arbeite, also in der Saison beruflich sehr eingespannt sei. „Und unsere Tätigkeiten spielen sich ja größtenteils in den Sommermonaten ab“, sagt Marc Techt.
„Chemie im Vorstand stimmte nicht“
Seit „offiziell 1. Februar“, so Techt, besteht der Süseler Dorfvorstand nur noch aus dem Männer-Duo. Die Dorfvorsteherin sei aus gesundheitlichen Gründen ausgestiegen, erklärt er etwas zögerlich. Und schiebt nach: „Die Zusammenarbeit war gelegentlich verbesserungswürdig.“
Eine weitere Kollegin und ein Kollege seien ihr gefolgt, erklärt Techt weiter. „Es ist traurig, dass die beiden anderen zurückgetreten sind“, sagt Sven Harder.
Die bisherige Dorfvorsteherin Brigitte Sandkamp sagt, sie habe sich extrem belastet und nur noch gestresst gefühlt. „Kein Ehrenamt ist es wert, dass man krank wird.“ Ihrer Schilderung nach sei im Dorfvorstand „ständig gegeneinander gearbeitet worden. Es gab unterschiedliche Strömungen.“ Die Chemie im bisherigen Gremium habe nicht mehr gestimmt, es sei „nicht mehr produktiv und zuträglich gewesen“.
Beim Buschfest am 13. Juni gehe der Dorfvorstand dem externen Veranstalter zur Hand, das Laternelaufen im Herbst sei ein Zusammenspiel mit anderen Institutionen, erzählt Techt aus der Arbeit im Vorstand. Im kommenden Jahr könnten sich beide im Januar einen Punschnachmittag vorstellen, auch ein Osterfeuer in Kooperation mit der Feuerwehr – falls der Vorstand wieder komplett sein sollte.
„Im Schleswig-HolsteinMagazin sieht man immer Dörfer mit toller Gemeinschaft. Es könnte bei uns auch deutlich besser sein, wenn wir einen Anlaufpunkt hätten“, sagen Harder und Techt und spielen dabei auf den geplanten Dorftreff an.
Bürgermeister Adrianus Boonekamp (parteilos) schaut besorgt auf die Entwicklungen im TSV und im Dorfvorstand. Er sähe gern auch Jüngere, die sich im Dorfvorstand engagierten, sagt er. „Aber es ist meist ein alter Stamm, aus dessen Reihen die Mitglieder kommen.“ Da werde auf Traditionen gepocht, so Boonekamp. Beispielsweise wollten die Alteingesessenen, dass der Maibaum wieder in der Grillkuhle statt vor dem Rathaus aufgestellt werde, weil das „schon immer so gewesen ist“, berichtet der Bürgermeister.
So entstehe nach seiner Wahrnehmung bei möglichen Interessierten der Eindruck, dass ihre Ideen und Sichtweisen nicht ausreichend Gehör finden könnten – damit falle schon im Vorfeld die Entscheidung gegen ein Ehrenamt. „Dabei zeigen Beispiele innerhalb der Gemeinde, etwa in Bujendorf, dass funktionierende Dorfvorstände sehr wohl in der Lage sind, unterschiedliche Generationen einzubinden und Engagement aktiv zu fördern“, sagt Boonekamp.
Im Sportverein hat der Verwaltungschef ebenfalls den Wunsch nach mehr Offenheit und Beteiligungsmöglichkeiten ausgemacht. Mal „neue Ideen zulassen und unterschiedlichen Perspektiven Raum geben“ – damit könne das Ehrenamt langfristig gestärkt und breiter aufgestellt werden, glaubt Boonekamp.