Sabrina Wehrend vom Club für Eissport Timmendorfer Strand (CET) und Jennifer Schweizer vom Timmendorfer Eissportverein (TESV) unterrichten die Eiskunstlaufgruppen an der Ostsee. Rund 100 Teilnehmende verzeichnen die Kurse.
„Unsere älteste Eiskunstläuferin ist 52 Jahre alt, die Jüngsten sind ab Schuhgröße 24 mit etwa drei Jahren dabei“, erklärt Sabrina Wehrend. Sie kommt aus Neuss in Nordrhein-Westfalen (NRW). Mit sechs Jahren hat sie mit dem Schlittschuhlaufen begonnen.
„Ich habe im Schwimmbecken mein Seepferdchen gemacht und nebenan war die Eishalle. Als ich die Läufer gesehen habe, war es um mich geschehen. Seitdem musste meine Mutter mit mir zum Eiskunstlaufen“, erzählt die 41-Jährige. Allein auf dem Eis zu stehen, sei sehr befreiend. „Das ist einfach unglaublich schön“, betont Wehrend, die seit 2018 in Timmendorfer Strand ist.
Jennifer Schweizer hat bereits im Alter von drei Jahren angefangen: „Meine Mutter hat mich einfach aufs Eis gestellt.“ Schweizer kommt ursprünglich aus Chemnitz, zog später mit der Familie nach Lübeck. Die Arbeit als Trainerin mache ihr viel Spaß. Zusammen mit Sabrina Wehrend stehen auch mal Show-Auftritte an. „Es ist wichtig, zu zeigen, dass es hier an der Ostsee Eiskunstlauf gibt. Viele sind überrascht, wenn sie das hören“, erklärt Jennifer Schweizer.
Beide Trainerinnen haben eine große gemeinsame Liebe: das Formations-Eiskunstlaufen. Dabei stehen zumeist 16 Läuferinnen und Läufer synchron auf dem Eis. „Wir haben jetzt genügend Leute gefunden, um auch hier in Timmendorf Formationstanzen zu machen. Dieser Sport ist spektakulär, hat viel Dynamik und fördert den Gemeinschaftsgeist“, erzählt Wehrend. Allerdings: „Es ist leider nicht olympisch.“
Apropos Olympia. In diesen Tagen wäre Sabrina Wehrend gern als Zuschauerin bei den Olympischen Winterspielen in Mailand dabei gewesen: „Es ist ja diesmal fast um die Ecke. Ich hatte mich auch für Karten angemeldet, habe aber gesehen, was sie kosten, und keinen gefunden, der mitfahren wollte.“ Bis zu 700 Euro hätte sie für den Besuch eines Wettkampfs zahlen müssen. Jetzt werde sie alles im Fernsehen anschauen und besonders den deutschen Eistänzer Tim Dieck verfolgen.
Tims Vater, Friedrich Dieck, ist Präsident des Landeseissportverbandes in NRW und schaut am 21. März bei den Vereinsmeisterschaften im ETC vorbei. Dort nimmt er die Prüfungen der Timmendorfer Eiskunstläufer ab.
Dann wollen die beiden Trainerinnen sich zum ersten Mal mit ihrer Formation präsentieren und laden jeden ein, sich den Eiskunstlaufsport an der Ostsee einmal anzuschauen.
Zuvor aber heißt es Daumendrücken für die Sportler bei den Winterspielen in Mailand, wie für die große deutsche Medaillenhoffnung im Paarlauf, Minerva Hase und Nikita Volodin, wenn sie am morgigen Sonntag und kommenden Montag, 15. und 16. Februar, im Kurzprogramm und in der Kür ihre Sprünge, Hebungen, Würfe und die Todesspirale zeigen.
„Eiskunstläufer stecken viel Blut, Schweiß und Tränen in ihren Sport, mit dem sie kaum was verdienen“, betont Sabrina Wehrend und wünscht abschließend: „Ich hoffe, unser Spitzenpaar hat bei den Olympischen Winterspielen eine tolle Zeit, so wie alle deutschen Sportler.“