Einstimmig wurden dort die Pläne für den Neubau von 64 Wohnungen auf den Weg gebracht. Dabei schlägt Stockelsdorf einen eher ungewöhnlichen Weg ein. Die Gemeinde kauft zwei von insgesamt zehn geplanten Gebäuden auf dem Grundstück, um dort 18 sozial geförderte Wohnungen anbieten zu können. Die Zeit für die Entscheidung drängt, denn Fördermittel fließen nur, wenn der Beginn des Vorhabens in diesem Jahr erfolgt.
„Ich bin sehr froh, dass es nun vorangeht. Wohnraum und insbesondere auch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, gehört zu den wichtigsten Aufgaben unserer Zeit“, sagt Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD). Das Vorhaben auf dem rund 11.000 Quadratmeter großen Areal zwischen Ahrensböker Straße/Am Mühlenberg und Hohlweg wird vom Lübecker Investor Marco Fibelkorn und seinem kleinen Team unter dem Namen „Quartier 91“ in Anlehnung an die B-Plan-Nr. 91 umgesetzt. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 20 Millionen Euro. „Wir sind da schon seit fast sechs Jahren dran“, erklärt Fibelkorn, der die Zusammenarbeit mit der Bauverwaltung Stockelsdorf ausdrücklich lobt. „Das läuft nicht überall so gut.“ Die Erschließung des Wohnquartiers erfolgt über die Ahrensböker Straße, und zwar über das Grundstück mit der Hausnummer 82. Das dortige Gebäude wird voraussichtlich im Oktober abgerissen.
Die Bebauung des Grundstücks erfolgt in mehreren Abschnitten. Ob des Fördermittelhintergrunds werden zunächst die beiden dreigeschossigen Gebäude mit den geplanten Sozialwohnungen an der Ahrensböker Straße in Angriff genommen. Parallel dazu erfolgt die Erschließung der dahinter gelegenen Grundstücke für die weiteren Gebäudekomplexe, die jeweils über zwei Geschosse plus Staffelgeschoss und über fünf bis acht Eigentumswohnungen mit einer Größe von 55 bis 137 Quadratmetern verfügen.
Gemeinde kauft fürDie beiden Gebäude, die die Gemeinde für rund 5,6 Millionen Euro erwirbt, sind deutlich einfacher ausgestattet. So fordert es der Fördermittelgeber. Für den Erwerb der Gebäude bekommt die Gemeinde laut Bauamtsleiter Jan-Christian Ohm eine Förderung von knapp 1,7 Millionen Euro. Außerdem gibt es ein zinsgünstiges Darlehen in Höhe von 3,15 Millionen Euro.
Ohm betont das gute Miteinander mit der Investitionsbank SH. „Das Projekt ist ein wichtiger Schub für geförderte Wohnungen in Stockelsdorf“, sagt Ohm, denn ein Großteil der bestehenden Sozialwohnungen fällt in den nächsten Jahren aus der Förderung.
Zusätzlich geförderte Wohnungen werden zudem im Neubauquartier am Bohnrader Wegentstehen. Auch hier wird der Baustart noch in diesem Jahr erfolgen. Der Lübecker Bauverein plant, auf dem Gelände drei Wohnhäuser mit insgesamt 42 Wohnungen zu errichten. Rund 13 Millionen Euro werden laut Bauverein in das Vorhaben investiert. Die Fertigstellung ist entsprechend für Ende 2027/Anfang 2028 vorgesehen. Dank der Zuschüsse und zinsverbilligten Darlehen der Investitionsbank werden die Mieten in zwei der drei Gebäude auf 8,50 Euro beziehungsweise 6,80 Euro pro Quadratmeter festgesetzt. Die Bauhütte Lübeck plant dort im kommenden Jahr mit dem Bau von 30 geförderten Mietwohnungen zu beginnen.