Für den Vorsitzenden des Bürgervereins Joachim Wallmeroth ist der Kampf für den Wald nicht nur eine Herzens-, sondern auch eine Pflichtaufgabe. „Natur- und Umweltschutz wurden bei der Vereinsgründung 1950 in unserer Satzung festgeschrieben“, berichtet Wallmeroth. Die geplante Trasse durch Bad Schwartau bedrohe nicht nur die Gesundheit vieler Menschen sowie Wohnhäuser, sondern auch wertvolle Waldflächen.
Neben vier Hektar Fläche für die Bahnführung sollen weitere sieben Hektar Wald für die Baustelleneinrichtung und Logistik der Säge zum Opfer fallen. „Wir reden hier von hundert Jahre alten Bäumen, viele sind über zweihundert Jahre alt“, sagt Wallmeroth. Laut Bahn müssten für die Hinterlandanbindung in Bad Schwartau insgesamt um die elf Hektar Wald gerodet werden. „Das ist aber nur der erste Schritt. Am Ende werden aber vermutlich um die 20 Hektar Wald vernichtet, weil die anderen angrenzenden Waldflächen mit den veränderten Bedingungen nicht zurechtkommen und so unter anderem von Sturm und Wind zerstört werden“, sagt Michael Thole aus dem Vorstand des Bürgervereins.
Um diese Entwicklung nicht einfach geschehen zu lassen, will der Bürgerverein mit den Baumpatenschaften ein grünes Zeichen gegen den Waldverlust setzen. Zumal die Vernichtung von Waldflächen Folgen für alle hat. „Wald ist ein Partikel-Filter, CO2-Speicher und hat eine wichtige Funktion bei der Verdunstungskühlung“, sagt Wallmeroth. Bürgermeisterin Engeln: „Der Wald hat zudem eine Lärmschutz-Funktion.“
Mit der Baumpaten-Aktion will der Bürgerverein die Menschen für das Thema sensibilisieren. „Je mehr mitmachen, um so mehr Aufmerksamkeit können wir erzeugen“, berichtet Wallmeroth. Selbst wenn die Bahn an ihren bisherigen Plänen zur Trassenführung festhalte und die X-Trasse nicht mehr unvoreingenommen prüfen werde, müsse bei der Umsetzung nachgebessert und weniger Waldflächen vernichtet werden.
Wer sich an der Baum-Paten-Aktion beteiligt, wird um eine kleine (große sind auch willkommen) Spende von mindestens drei Euro gebeten. Dieses Prozedere soll dazu dienen, dass die Plattform nicht anderweitig missbräuchlich genutzt wird. „Wir wollen damit kein Geld verdienen. Die dabei erhaltenen Gelder werden wir naturbezogen einsetzen“, erklärt Wallmeroth und verspricht: „Wir werden weiterkämpfen – für unsere Bäume, unsere Häuser und das, was Bad Schwartau ausmacht.“