In einem Büro im hinteren Teil des Gebäudes der Zulassungsstelle sitzen Michael Bornhöft, Leiter des Fachdienstes Straßenverkehr beim Kreis, und der Leiter der Zulassungsstelle, Christian Martin, und erklären, was die vierte Stufe des iKfz alles kann. Bis dahin war es ein langer Weg, der den beiden Männern oft Kopfzerbrechen bereitet hat. Es lief nicht so, wie es sollte, weil der Kreis parallel zur Umsetzung der digitalen Zulassung einen Software-Wechsel vorgenommen hat.
Ursprünglich sollte die iKfz-Stufe 4 zum 1. April 2024 funktionieren. Doch daraus wurde nichts. Jetzt aber ist es so weit. Im Januar hatte Martin das System mit Kunden vor Ort in der Zulassungsstelle getestet. Er habe die Leute einfach am Schalter abgefangen und die Online-Anmeldung an seinem Arbeitsplatz mit ihnen vollzogen. „Das hat zu 100 Prozent geklappt.“Und auch der Geldeingang auf den Konten des Kreises habe funktioniert. Es war die letzte Hürde, die zu nehmen war. Weil der Zahlungsdienstleister für die EC-Karte zum Januar den Betrieb eingestellt hatte, musste ein neues System her. Die Kosten für die Leistungen der Zulassungsstelle können jetzt nur noch mit Kreditkarte oder über den Zahlungsdienstleister Paypal entrichtet werden.
Wer iKfz nutzt, spart: Wer sein Auto am Schalter abmeldet, bezahlt dafür 15,90 Euro, online ist die Abmeldung für 2,70 Euro zu haben. Ähnlich sieht es bei der Neuzulassung aus. Statt 30 Euro am Schalter sind online 12,80 Euro fällig.
Trotzdem nutzen bisher nur wenige Kunden der Zulassungsstelle die jetzt mögliche Online-An-, Ab- oder Ummeldung ihres Autos. Bisher waren es gerade mal neun Online-Zulassungen. Insgesamt wurden seit 13. Januar 460 Vorgänge (darunter viele Abmeldungen) digital erledigt, aber 5458 am Schalter. „Wenn wir die Leute danach fragen, sagen viele, sie wollten mit jemandem sprechen“, versucht sich Bornhöft an einer Erklärung. Eine große Hürde sei möglicherweise eine fehlende Online-Ausweisfunktion des Personalausweises.
Insgesamt wickelt die Zulassungsstelle Ostholstein 62.300 Vorgänge im Jahr ab. „Wir befinden uns am Anfang der großen Digitalisierung“, sagt Bornhöft. Und er ist sich sicher: „Die Leute werden mehr und mehr davon Gebrauch machen.“ Als Beispiel nennt er die Steuererklärung über Elster. Mittlerweile nutzen 52 Millionen Steuerpflichtige den elektronischen Dienst.
Angesichts langer Anfahrtswege etwa von Fehmarn oder Bad Schwartau bis zur einzigen Zulassungsstelle des Kreises in Ostholstein dürfte sich die Online-Zulassung nach und nach durchsetzen. Zulassungsstellen-Leiter Martin sieht dabei Vorteile auch für die, die lieber persönlichen Kontakt wollen: „Wir werden mehr Termine anbieten können, die Kunden werden schneller einen bekommen.“ Aktuell liege die Wartezeit auf einen Termin im Durchschnitt bei vier Tagen. „Jeden Tag um 12 Uhr werden Termine für die nächsten drei Tage freigegeben“, erläutert Bornhöft.
Wer iKfz 4 nutzt, braucht keinen Termin mehr. Nur die Nummernschilder müssen noch analog vorliegen. Aber selbst die lassen sich online bestellen.