Fake-Notruf als Ablenkungsmanöver?
Fahrzeugkontrolle in Bad Schwartau von Meldung eines angeblichen Raubes unterbrochen – Ermittlungen gegen 17-Jährigen.

Bad Schwartau. Das ging offenbar in die Hose: Mit einem Notruf wegen eines vermeintlichen Raubüberfalls sollte möglicherweise eine Verkehrskontrolle in Bad Schwartau unterbrochen werden. Denn als die alarmierten Polizisten am angeblichen Tatort eintrafen, fanden sie weder Betroffene noch Hinweise auf eine Straftat.

Die Ermittlungen führten die Beamten schließlich zu einem 17-Jährigen, der zuvor in dem kontrollierten Auto gesessen hatte. War es also ein gezielter Täuschungsversuch?

Nach Angaben von Mark-Dominik Wille, Sprecher der Polizeidirektion Lübeck, kontrollierten Beamte des Polizeireviers Bad Schwartau in der vergangenen Woche einen Pkw mit mehreren Insassen im Bereich der Elisabethstraße. Dabei ergab sich der Verdacht, dass der 20-jährige Fahrer keine gültige Fahrerlaubnis besaß. „Die übrigen Insassen wurden vor Ort aus den Maßnahmen entlassen“, teilt Wille mit.

Noch während die Beamten den Sachverhalt überprüften, ging bei der Regionalleitstelle ein Notruf ein: Eine ältere Frau sollte auf dem Marktplatz in Bad Schwartau mit einem Messer bedroht und ausgeraubt worden sein. „Die Einsatzkräfte beendeten daraufhin die Verkehrskon-trolle und begaben sich zum vermeintlichen Tatort“, so der Polizeisprecher.

Dort angekommen, konnten sie allerdings weder eine geschädigte Frau noch Hinweise auf eine Straftat feststellen. Im Zuge der weiteren Ermittlungen entstand laut Polizei der Verdacht, dass der Notruf gezielt abgesetzt worden sein könnte, um die laufende Verkehrskontrolle zu unterbrechen.

„Die dahingehenden Ermittlungen führten zu einem 17-Jährigen, der sich zuvor ebenfalls in dem kontrollierten Fahrzeug aufgehalten hatte“, fasst Wille in einer Mitteilung zusammen. Die Beamten stellten daraufhin sein Mobiltelefon als Beweismittel sicher.

Gegen den Jugendlichen wird nun wegen des Verdachts des Missbrauchs von Notrufen und des Vortäuschens einer Straftat ermittelt. Auch gegen den 20-jährigen Fahrer läuft ein Verfahren – wegen des Verdachts des Fahrens ohne Fahrerlaubnis.
sug
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