Stockelsdorf plant Maßnahmen gegen Hitze und Starkregen
Ausschuss stimmt für Fortführung der Stelle zur Klimaanpassung – Schulhöfe, Parkplätze und Regenwassermanagement stehen im Fokus.

Bei Starkregen überfluten in Stockelsdorf immer wieder Straßen – wie hier im Sommer 2024 im Bereich Ahrensböker Straße/Albert-Einstein-Straße.Foto: Arne Jappe
Stockelsdorf. Die Gemeinde Stockelsdorf hat ein Klimaanpassungskonzept mit insgesamt 18 Maßnahmen auf den Weg gebracht. Der Ausschuss für Umwelt, Bauen, Planung und öffentliche Sicherheit (UPBöS) stimmte einstimmig dafür, die Stelle zur Klimaanpassung für weitere drei Jahre fortzuführen und die vorgesehenen Projekte zu koordinieren.

Das rund 170 Seiten starke Konzept soll nach den Vorstellungen der Gemeinde nicht in einer Schreibtischschublade bleiben. Es enthält Maßnahmen, mit denen Stockelsdorf auf Folgen des Klimawandels wie Hitze und Starkregen reagieren will. Zur Aufgabe der Stelle gehören die fachliche Begleitung, die Koordinierung der Umsetzung sowie die Beantragung weiterer Fördermittel.

Für die kommenden drei Jahre rechnet die Gemeinde mit Ausgaben von maximal 330.000 Euro. Bei der Besetzung der Stelle sei eine Förderung von rund 80 Prozent zu erwarten. Damit könnte sich die finanzielle Belastung für Stockelsdorf auf insgesamt 66.000 Euro belaufen, also auf rund 22.000 Euro pro Jahr. Die Fortführung der Stelle ist zugleich Voraussetzung, um weitere Fördermittel für konkrete Maßnahmen beantragen und umsetzen zu können. Nach Angaben der Gemeinde könnten dadurch erhebliche Fördermittel für die klimagerechte Erneuerung etwa der Entwässerungsinfrastruktur gewonnen werden. Ziel sei es, Förderungen in Bereichen einzusetzen, die ohnehin angefasst werden müssten.

Das Konzept wurde von Klimaanpassungsmanagerin Deborah Filbrandt gemeinsam mit der Kieler Firma „Zeiten°Grad“ erarbeitet. Vorgesehen ist, die Maßnahmen nach einer Prioritätenliste umzusetzen. Dabei sollen Finanzierung und mögliche Förderungen berücksichtigt werden.

Helmut Neu von der UWG erklärte im Namen der Kooperation mit CDU und FDP: „Wir sind als klimafreundliche Gemeinde bekannt. Auf diesem Weg nach vorne hält uns keiner mehr auf. Wir stehen ohne Wenn und Aber hinter diesem Konzept.“ Carsten Büll von der SPD sagte: „Wir sind ja nicht immer einer Meinung, aber diesen Ausführungen können wir uns voll und ganz anschließen.“ Alexander Malzkuhn von den Grünen betonte: „Wir können das Klima weder schützen noch anpassen. Es geht hier um lebenserhaltende Maßnahmen. Entweder wir nehmen Geld in die Hand oder bezahlen am Ende mit Menschenleben. Geld ist mir da lieber.“

Ein Schwerpunkt des Konzepts liegt auf den Schulhöfen im Ortskern. Die Erich-Kästner-Grundschule, die Gerhard-Hilgendorf-Schule, die Gerhart-Hauptmann-Schule und die Grundschule Ravensbusch sollen gemeinsam zu blau-grünen Klimaräumen weiterentwickelt werden. Auf den Schularealen gibt es insbesondere Defizite bei Hitze, Verschattung und Versiegelung. Auch bei Regenwasser, Abflussverzögerung und der Einbindung des Fackenburger Landgrabens sieht das Konzept Handlungsbedarf. Umgestaltet werden sollen außerdem der Münzplatz und der Medico-Parkplatz. Für beide Flächen ist ein abgestimmtes Freiraumkonzept geplant. Genannt werden Baumerhalt, klimaresiliente Neupflanzungen, entsiegelte oder versickerungsfähige Beläge sowie schattige Sitzbereiche und barrierearme Wege. Markt, Veranstaltungen, Anlieferung und ein bedarfsgerechtes Parkangebot sollen dabei funktionsfähig bleiben.

Als Musterfläche für klimagerechte Straßen- und Parkräume soll zunächst eine Pilotfläche am Rathausparkplatz entstehen. Geplant sind versickerungsfähige Beläge, verbesserte Baumstandorte, Grüninseln, Verschattung und eine geregelte Regenwasserführung. Die dort gewonnenen Erfahrungen sollen in die umfassendere Umgestaltung des Parkplatzes an der Großsporthalle und gegebenenfalls der angrenzenden Straße einfließen.

Weitere Maßnahmen betreffen das blau-grüne Regenwassermanagement. Auf Grundlage einer Klimarisiko- und Hotspotanalyse sollen unter anderem Lösungen für den Fackenburger Landgraben, Regenrückhaltebecken, den Parkweg, die Max-Hamerich-Straße, Klein Parin und den Bohnrader Weg geprüft werden. Auch hier soll die Lage durch Entsiegelung, Mulden, Überschwemmungsflächen, kleine grüne Rückhalteräume oder auch Notwasserwege entschärft werden.
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