Neue Feuerwehrhäuser sind wieder im Budget
Stockelsdorfer Politik gibt grünes Licht für überarbeitete Pläne – Gesamtkosten liegen bei fünf Millionen Euro.

Stockelsdorfs Gemeindewehrführer Lars Schöppich ist erleichtert. Die Vorentwürfe für neue Feuerwehrhäuser in Arfrade und Eckhorst hat die Politik genehmigt.Fotos: Sebastian Prey
Stockelsdorf. Seit mehr als zehn Jahren steht fest, dass die Stockelsdorfer Dorfschaften Eckhorst und Arfrade neue Feuerwehrgerätehäuser benötigen. Geplant ist jeweils ein Gebäude, das zugleich als Dorfgemeinschaftshaus genutzt werden kann. Für beide Vorhaben liegen Förderbescheide über jeweils 600.000 Euro vor. Den größten Teil der Kosten muss die Gemeinde Stockelsdorf jedoch selbst tragen.

Daher hatte die Politik klare Budgets vorgegeben: 2,1 Millionen Euro für Arfrade und 2,6 Millionen Euro für Eckhorst. Die ersten Vorentwürfe des Architekturbüros lagen jedoch deutlich darüber. Statt insgesamt rund 4,7 Millionen Euro wurden Kosten von rund 5,6 Millionen Euro geschätzt. Der Ausschuss für Umwelt, Bauen, Planung und öffentliche Sicherheit der Gemeinde Stockelsdorf forderte deshalb eine Überarbeitung.

Nun legten die Planer nach knapp vier Wochen überarbeitete Entwürfe vor. „Das war eine gute Teamleistung. Nur gemeinsam mit den Feuerwehren, Dorfvorstehern und der Verwaltung konnten wir das erreichen“, erklärte Martin Jubelt vom Architekturbüro BCS GmbH im Fachausschuss.

In Arfrade sank die Nutzfläche um circa 60 Quadratmeter. Der Neubau soll nun über 479 Quadratmeter verfügen. Nach Angaben der Planer konnten dadurch die Kosten um rund 320.000 Euro reduziert werden.

Auch beim Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus in Eckhorst wurde das Raumprogramm gestrafft. Dort verringerte sich die Nutzfläche um circa 61 auf 585 Quadratmeter. Unter anderem wurde ein knapp 19 Quadratmeter großer Raum gestrichen, der für die verwaltungsseitige Organisation vorgesehen war.

„Wie auch in Arfrade wurden zudem der Flur und das Foyer verkleinert. Das spart nicht nur die Baukosten, sondern auch bei der Haustechnik“, erklärte Jubelt. Die Kostenschätzung für Eckhorst sank durch die Einsparmaßnahmen um 334.000 Euro.

Die beiden Gebäude sollen im Rahmen der Vorgaben barrierefrei geplant werden. Vorgesehen sind zudem zwei behindertengerechte WC-Anlagen. Eine davon soll unabhängig vom Gebäudebetrieb von außen für die Bewohnerschaft zugänglich sein.

Im Ausschuss gab es Irritationen über die von außen zugänglichen Toiletten. Der Tenor: In einem Dorf seien sie eher nicht notwendig. Die Anlagen bleiben dennoch zunächst Bestandteil der Planung, weil sie vermutlich für die Gewährung der Gesamtfördersumme erforderlich sind. Die Stockelsdorfer Verwaltung wird diesbezüglich aber noch Kontakt mit dem Zuwendungsgeber aufnehmen.

Die Politik zeigte sich mit den überarbeiteten Entwürfen zufrieden und stimmte geschlossen für deren Umsetzung. „Wir wollen endlich vorankommen, wenngleich wir auch gerne einiges anders hätten“, sagte Helmut Neu (UWG). Christian Ehmcke (CDU) erklärte: „Wir sind höchst erfreut, dass die Budgetvorgaben nun eingehalten werden. Feuerwehren und Bewohner bekommen zudem ein tolles Gebäude.“

Wichtige Einsparungen sind bei der Wärmeversorgung vorgesehen. Jeweils knapp 100.000 Euro sollen eingespart werden, weil die Gemeindewerke diese Investition übernehmen. „Wir sind den Gemeindewerken dafür sehr dankbar“, sagte Peter Hinzmann (FDP).

Carsten Büll (SPD) begrüßte die Pläne, äußerte jedoch Bedenken zur vorgesehenen Trocknung nasser Einsatzkleidung in der Fahrzeughalle. „Ist das denn wirklich erlaubt?“, fragte Büll. Stefan Middeler, Architekt im Stockelsdorfer Bauamt, erklärte: „Nach der Norm ist dafür eigentlich ein separater Raum vorgesehen. Wir werden Trockenschränke anschaffen. Das ist eine praktische Lösung und günstiger als ein separater Raum.“

Stockelsdorfs Gemeindewehrführer Lars Schöppich zeigte sich zufrieden. „Bei Planungen für die Feuerwehr müssen viele Normen beachtet werden. Entsprechend kommt man schnell bei Einsparmöglichkeiten an die Grenzen. Danke, dass wir bei der Planung so gut mitgenommen werden.“ Eine gute Ausstattung sei wichtig, damit die Wehren auch weiterhin personell gut aufgestellt bleiben.

Ob der an feste Termine gebundenen Förderung sollen die weiteren Planungen zügig fortgesetzt werden. „Bis Ende des Jahres wollen wir den Bauantrag einreichen“, sagte Middeler. Die Vorhaben müssen bis März beziehungsweise Oktober 2028 fertiggestellt sein.
sep


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