Die Reaktion der Politiker fällt entsprechend positiv aus. Helmut Neu von der UWG fasst es so zusammen: „Es ist eigentlich keine Frage des Wollens. Wir müssen Flächen anbieten, damit wir nicht nur neue Firmen dazubekommen, sondern auch vorhandenen Betrieben die Möglichkeit geben, sich am Ort zu erweitern.“
Hartmut Hildebrandt (FDP) pflichtet ihm bei: „Es wird Zeit, dass wir nach zehn Jahren mal wieder Gewerbeflächen entwickeln. Wir werden die Planungen unterstützen.“ Auch Tim Flick (CDU) und Karl-Ludwig Tretau (SPD) signalisierten Zustimmung. Flick regte aber an: „Bei der Vergabe sollte darauf geachtet werden, dass Arbeitsplätze entstehen und nicht nur Abstellflächen für Fahrzeuge von Werkstätten und Speditionen.“
Grundlage der Entscheidung ist eine Potenzialanalyse der BIG-Städtebau GmbH, die im Auftrag der Gemeinde erstellt wurde. Das Land Schleswig-Holstein unterstützt solche Vorhaben durch ein Gewerbeflächenentwicklungsfonds-Programm, das Kommunen hilft, neue Gewerbeflächen zu planen, anzukaufen und baureif zu machen. Die Analyse zeigt: Das Vorhaben ist machbar – und laut Bauamt auch notwendig.
Die geplanten Parzellen mit einer Größe von 2000 bis 5000 Quadratmetern lassen sich relativ zügig entwickeln. Ganz im Gegensatz zu zwei weiteren Standortwünschen Stockelsdorfs für Gewerbeansiedlung.
Die Flächen zwischen der Dorfschaft Eckhorst und dem Kernort im Bereich des Kreisverkehrs zur Umgehungsstraße K13 und ein interkommunales Gewerbegebiet mit Bad Schwartau finden nämlich keine Unterstützung durch die Landesplanung. Weitere große Vorteile für das Gebiet am Rensefelder Weg: Die Anfahrt funktioniert über das bestehende Gewerbegebiet an der Albert-Einstein-Straße. Auch die Versorgungsleitungen sind im Bestand vorhanden und bilden somit laut Expertise „ideale Bedingungen“.
Allerdings zeigte die Analyse auch Hürden auf. Die Fläche liegt in einem archäologischen Interessensgebiet – mit unbekannten Konsequenzen für Baukosten und Zeitplan. Ob dieser Unsicherheit wird beim Kaufpreis eher vorsichtig kalkuliert. Statt erheblich höherer Preise, die früher im Raum standen, empfehlen die Experten nun 8,80 Euro pro Quadratmeter. Bei rund 50.000 Quadratmetern ergibt sich damit ein Kaufpreis von knapp 480.000 Euro inklusive Nebenkosten.
Die Gesamtrechnung ist aber ambitioniert: Grundstückserwerb, Erschließung und Nebenkosten summieren sich auf etwa 4,83 Millionen Euro. Aus dem Verkauf der erschlossenen Grundstücke fließen allerdings lediglich um die 3,67 Millionen Euro zurück – im schlimmsten Fall bleibt also ein Defizit von 1,16 Millionen Euro.
Genau dafür gibt es den Entwicklungsfonds des Landes. Durch Zuschüsse und Förderdarlehen könnte der Eigenanteil der Gemeinde auf etwa 387.000 Euro gemindert werden. Doch die Investition sollte sich mittelfristig durch zusätzliche Steuereinnahmen auszahlen. Bauamtsleiter Ohm: „Wir gehen davon aus, dass wir mehr als genug Interessenten für die Grundstücke haben werden.“
Die Realisierung wird sich allerdings über mehrere Jahre erstrecken – vom Grundstücksankauf über B-Planänderungen und Erschließungsarbeiten bis zur Fertigstellung dürfte es etwa fünf Jahre dauern.