Nach Angaben von Anna Julia Meyer, Sprecherin der Polizeidirektion Lübeck, erhielten die Beamten gegen 23 Uhr einen Hinweis auf einen möglicherweise alkoholisierten Autofahrer, der in der Bruhnstraße unterwegs war. Kurz darauf entdeckten die Polizisten den Mercedes, der gerade von der Bostedtstraße in die Bruhnstraße einfuhr.
Um das Fahrzeug anzuhalten, blockierten die Einsatzkräfte die Fahrbahn mit ihrem Streifenwagen. Die Beamten verließen das Fahrzeug und gaben dem Fahrer Handzeichen. Trotzdem reagierte der 45-Jährige nicht und stieß mit seinem Mercedes in Schrittgeschwindigkeit gegen den Streifenwagen. „Zu Verletzungen kam es bei dem Zusammenstoß nicht“, teilt Meyer mit.
Weil die Polizisten bei dem Fahrer Alkoholgeruch wahrnahmen, wurde noch vor Ort ein Atemalkoholtest durchgeführt. Dieser ergab einen vorläufigen Wert von 3,46 Promille. Die Beamten ordneten daraufhin die Entnahme einer Blutprobe an. Laut der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes wird es ab einem Wert von 3,0 Promille lebensgefährlich. Es kommt zu einer schweren Alkoholvergiftung: Atmung und Puls werden so langsam und schwach, dass die Gefahr besteht, ins Koma zu fallen. Wenn sich Menschen mit diesem hohen Alkoholpegel überhaupt noch bewegen können, liegt es an einer Gewöhnung, wie es bei starken Alkoholikern der Fall ist.
Bei der anschließenden Kontrolle des Mercedes machten die Polizisten dann eine ungewöhnliche Entdeckung: Im Inneren des Fahrzeugs fanden sie erlaubnispflichtige Feuerwerkskörper sowie einen „augenscheinlich nicht gewerblich hergestellten pyrotechnischen Gegenstand“, berichtet die Polizeisprecherin.
Wegen dieser Gegenstände wurde der Kampfmittelräumdienst hinzugezogen. Die Spezialisten stellten die Pyrotechnik sicher. Der Mercedes wurde anschließend abgeschleppt.
Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs sowie wegen des Verdachts des unerlaubten Erwerbs von explosionsgefährlichen Stoffen.